Prozess wegen sexueller Nötigung Jury spricht Bill Cosby schuldig

Ein Geschworenengericht hat den ehemaligen TV-Star Bill Cosby wegen sexueller Nötigung schuldig gesprochen. Das Strafmaß steht noch nicht fest. Als der Staatsanwalt ausführte, es bestehe Fluchtgefahr, verlor der 80-Jährige die Kontrolle.

Bill Cosby
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Bill Cosby


Der wegen sexueller Nötigung angeklagte frühere TV-Star Bill Cosby ist am Donnerstag von einer Jury für schuldig befunden worden.

Die Geschworenen des Gerichts in Norristown im US-Bundesstaats Pennsylvania sahen die Schuld des 80-Jährigen in allen Punkten der Anklage als erwiesen an. Cosby droht nun eine zehnjährige Haftstrafe.

Rund 13 Stunden brauchte die zwölfköpfige Jury seit ihren Beratungen am Mittwoch, um in dem neu aufgerollten Prozess eine Entscheidung zu treffen. Vor rund zehn Monaten war ein erster Prozess geplatzt, weil die damalige Jury sich auch nach tagelangen Beratungen nicht hatte einigen können.

Beide Male ging es um die Frage, ob Cosby 2004 die aus Kanada stammende frühere Universitätsangestellte Andrea Constand mit Tabletten hilflos gemacht und dann sexuell genötigt hatte.

Als der Schuldspruch verkündet wurde, zeigte Cosby zunächst kaum eine Reaktion und starrte mürrisch auf einen Tisch im Saal vor ihm, berichtete der "Philadelphia Inquirer". Die ebenfalls anwesende Klägerin Constand blickte geradeaus, ohne Regung zu zeigen. Andere Frauen, die Cosby sexuelle Übergriffe vorgeworfen hatten, schluchzten laut auf und wurden aus dem Saal gebracht.

Verbalinjurie gegen Staatsanwalt

Als der Staatsanwalt jedoch sagte, bei Cosby, der bis zur Festsetzung des Strafmaßes auf freiem Fuß bleibt, bestehe Fluchtgefahr, entglitt dem 80-Jährigen die Kontrolle. Er herrschte den Staatsanwalt an, beschimpfte ihn als "Arschloch".

Cosbys Anwalt gab sich entschlossen: "Wir glauben nicht, dass Herr Cosby sich irgendwas hat zu schulden kommen lassen. Der Kampf ist nicht beendet", sagte Tom Mesereau. Die Kaution, die der Entertainer hinterlegte, beläuft sich auf eine Million Dollar.

Cosby hatte alle Vorwürfe stets zurückgewiesen. Er selbst hatte in beiden Prozessen nicht ausgesagt, aber über seine Anwälte mitteilen lassen, alle sexuellen Handlungen seien einvernehmlich gewesen. In einer außergerichtlichen Einigung hatte er Constand bereits mehr als drei Millionen Dollar gezahlt.

Cosbys Verteidigung hatte Constand als Trickbetrügerin dargestellt, die es auf das Geld des Entertainers abgesehen habe. Die Staatsanwaltschaft hatte sie dagegen als Opfer von Cosby beschrieben, auch sie selbst hatte sich im Zeugenstand so geäußert.

Insgesamt haben bislang mehr als 50 Frauen Cosby öffentlich sexuelle Belästigung vorgeworfen, die meisten Fälle sind verjährt.

cop/AFP/dpa



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