Vorwurf sexueller Belästigung Cosby stellt ehemaligen Michael-Jackson-Anwalt an

Neuer Anwalt für Bill Cosby: Der Komiker lässt sich im Wiederaufnahmeverfahren wegen angeblicher sexueller Belästigung von Tom Meserau vertreten. Dieser hat bereits Michael Jackson erfolgreich verteidigt.

Bill Cosby
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Bill Cosby hat sich vor der Wiederaufnahme des Verfahrens wegen möglicher sexueller Belästigung die Dienste eines prominenten Anwalts gesichert. Der 80 Jahre alte Komiker hat laut einem Sprecher Tom Mesereau angestellt. Der Rechtsanwalt hat bereits Michael Jackson erfolgreich gegen den Vorwurf des Kindesmissbrauchs verteidigt.

Meserau soll ein neu zusammengestelltes Team leiten. Nach dem ersten Verfahren im Juni hatten Cosbys bisherige Anwälte gesagt, dass sie nicht mehr an dem Fall beteiligt sein wollten. Neben Michael Jackson hat Mesereau weitere Prominente verteidigt, zum Beispiel den Boxer Mike Tyson, den Schauspieler Robert Blake und den Rap-Mogul Marion "Suge" Knight.

Dem Team von Mesereau wird sich auch Sam Silver anschließen. Dieser hatte Chaka Fattah vertreten. Das ehemalige Mitglied des US-Repräsentantenhauses sitzt mittlerweile wegen Korruption im Gefängnis. Auch die frühere Generalstaatsanwältin Kathleen Bliss zählte zu Silvers Klienten.

Cosby drohen zehn Jahre Gefängnis

Cosby wird von zahlreichen Frauen vorgeworfen, dass er diese sexuell belästigt hatte. Die meisten Fälle beziehen sich aber auf eine Zeit in den Sechziger Jahren - sie sind damit verjährt. Das Verfahren behandelt deshalb nur den Fall Andrea Constand. Cosby ist angeklagt, im Jahr 2004 in seinem Haus in einem Vorort Philadelphias die damalige Angestellte der Temple-Universität Drogen gegeben und dann sexuell genötigt zu haben.

Bei einer Verurteilung könnte Coby für zehn Jahre ins Gefängnis kommen. Er bestreitet die Vorwürfe allerdings. Jeglicher sexuelle Kontakt - sollte dieser stattgefunden haben - sei einvernehmlich gewesen.

Im ersten Verfahren schafften die Geschworenen es nicht, einen Urteilsspruch zu finden. Das Gericht in Montgomery mit Richter Steven O'Neil entschied nach insgesamt 52 Stunden andauernden Beratungen, die sich oft bis in die Nacht zogen, schließlich auf einen Fehlprozess. Im November kommt es nun zum erneuten Verfahren.

aev/AP/Reuters



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