Vorwurf des sexuellen Missbrauchs US-Gericht lässt Anklage gegen Bill Cosby zu

Mehr als 50 Frauen werfen Bill Cosby sexuellen Missbrauch vor. Jetzt hat ein Richter den Antrag des TV-Stars abgelehnt, die Anklage gegen ihn fallen zu lassen. Cosby drohen bis zu zehn Jahre Haft.

TV-Star Cosby in Pennsylvania: Der Fall wird fortgesetzt
DPA

TV-Star Cosby in Pennsylvania: Der Fall wird fortgesetzt


Ein US-Richter hat eine Anklage gegen Komiker Bill Cosby wegen sexuellen Missbrauchs zugelassen. Richter Steven O'Neill aus Norristown im Bundesstaat Pennsylvania entschied, dass die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen den 78-Jährigen weiterverfolgt wird.

In dem Strafverfahren geht es um einen Fall aus dem Jahr 2004, in dem die Staatsanwaltschaft Cosby schwere sexuelle Nötigung zur Last legt. Bei einer Verurteilung drohen dem TV-Star bis zu zehn Jahre Haft und 25.000 Dollar Geldstrafe.

Es handelt sich um den Fall einer Universitätsmitarbeiterin, die der Schauspieler 2004 unter Drogen gesetzt und missbraucht haben soll. Der Übergriff soll laut Staatsanwalt Kevin Steele im Haus des Schauspielers bei Philadelphia stattgefunden haben. Die Frau habe Cosby damals als "Mentor und Freund" vertraut.

Ende 2015 war in dem Fall Anklage gegen Cosby erhoben worden. Er stimmte noch am selben Tag einer Millionenkaution zu und musste deshalb nicht in Haft. Am 8. März soll nun bei einer Voruntersuchung festgestellt werden, ob die Anklage genügend Beweise vorbringen kann, um einen Prozess zu beginnen.

Insgesamt werfen mehr als 50 Frauen Cosby sexuellen Missbrauch vor. Teils liegen die mutmaßlichen Straftaten mehr als 40 Jahre zurück. Fast alle der Frauen sagen, der Fernsehstar habe sie mit Drogen wehrlos gemacht und dann missbraucht. Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe vehement. Einzelne Frauen bezeichnete er als Lügnerinnen. Sieben von ihnen verklagten Cosby daraufhin wegen Verleumdung.

Erst vor knapp einem Monat hatte die Staatsanwaltschaft in Los Angeles erklärt, in zwei Fällen keine Anklage gegen Cosby zu erheben, da die Vorwürfe bereits verjährt seien und es nicht genügend Beweise gebe.

aar/dpa/AFP/AP

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