Bistum Fulda Pater nach Missbrauchsfall suspendiert

Ein Priester, der sich an einem minderjährigen Kind vergangen haben soll, hat sich selbst angezeigt. Er wurde danach mit sofortiger Wirkung von seiner Aufgabe als Seelsorger in Marburg-Schröck entbunden.


Fulda - Ein neuer Fall sexuellen Missbrauchs ist im Bistum Fulda bekanntgeworden. Ein Pater habe sich am vergangenen Donnerstag selbst angezeigt, teilte das Bistum am Montag mit. Der Missbrauch habe sich bereits in den neunziger Jahren im Bistum Würzburg ereignet. Der Priester soll sich an einem minderjährigen Kind vergangen haben.

Der Geistliche wurde nach der Selbstanzeige mit sofortiger Wirkung am Freitag von seiner Aufgabe als Seelsorger in Marburg-Schröck entbunden. Dort war er seit August 2010 tätig.

Weder die Diözesen Fulda und Würzburg noch der Deutsche Orden, wo der Priester Mitglied ist, hätten von dem Vorwurf gewusst. Der Geistliche offenbarte sich dem Missbrauchsbeauftragten des Deutschen Ordens, Michael Ling (Mainz). "Der Mann war hier, hat seine Tat eingeräumt und ums Informieren der zuständigen Staatsanwaltschaft Würzburg gebeten", sagte Ling. Die Behörde konnte dazu zunächst noch keine Angaben machen.

"Vernichtung seiner Existenz"

Dem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren würden kirchliche Ermittlungen folgen, sagte Ling. "Im schlimmsten Fall droht ihm bei den Sanktionen die Entfernung aus dem Kleriker-Stand. Das kommt dann einer Vernichtung seiner Existenz gleich. Er hat ja nichts anderes gelernt", erklärte der Missbrauchsbeauftragte.

Seit rund einem Jahr erschüttern immer neue Fälle sexuellen Missbrauchs die katholische Kirche. Allein im nun wieder betroffenen Bistum Fulda waren seit März 2010 bereits mehr als ein Dutzend Fälle ans Licht gekommen.

Der Deutsche Orden ist ein Ritterorden aus der Zeit der Kreuzzüge im Mittelalter, der vom Papst anerkannt ist. Er hat Ling zufolge etwa 1000 Mitglieder. Der Hauptsitz befindet sich heute in Wien.

jjc/dpa



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