Berlin - Die Gruppe der Unterstützer der rechtsextremen Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) ist womöglich größer als bislang angenommen. Der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", er rechne mit weiten Anklageerhebungen. "Letztlich könnten nach derzeitigem Stand bis zu zwölf weitere Personen als mutmaßliche Helfer und Unterstützer vor Gericht stehen", sagte Ziercke. Letztlich entscheidet die Bundesanwaltschaft, ob sie Anklage erhebt.
Die Beweislage für eine Verurteilung der Angeklagten Beate Zschäpe hält Ziercke für ausreichend. In wenigen Tagen wird die Entscheidung des Oberlandesgerichts München über die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen sie erwartet.
Zschäpe wird Mittäterschaft an zehn Morden, Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, versuchter Mord, besonders schwere Brandstiftung und Mittäterschaft bei 15 bewaffneten Raubüberfällen vorgeworfen. Sie soll zusammen mit Komplizen zehn Menschen aus rassistischen und staatsfeindlichen Motiven ermordet haben. Außerdem hat die Bundesanwaltschaft im November 2012 Anklage gegen vier weitere Verdächtige erhoben:
Vor einem Jahr hatte der NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages seine Arbeit aufgenommen. Dessen Vorsitzender Sebastian Edathy (SPD) stellte dem Ausschuss ein gutes Zeugnis aus. Er sei mit der Arbeit des Gremiums sehr zufrieden, sagte Edathy der "Mitteldeutschen Zeitung". "Dies ist mein fünfter Untersuchungsausschuss und zugleich der effizienteste, den ich bisher erlebt habe", sagte er der in Halle erscheinenden Zeitung.
han/dpa
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