Nach Öffentlichkeitsfahndung Verdächtiger in Missbrauchsfall gefasst

Fahndungserfolg der Polizei: Beamte haben den Mann festgenommen, der ein kleines Mädchen monatelang sexuell missbraucht haben soll. Auch die Identität des Opfers konnte geklärt werden.

DPA


Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main können einen Erfolg im Kampf gegen sexuellen Missbrauch vermelden: Die Beamten haben den Verdächtigen gefasst, der ein kleines Mädchen missbraucht und Fotos beziehungsweise Videos im Darknet veröffentlicht haben soll. Dieser Bereich des Internets ist nur mit einem speziellen Browser zu erreichen. Auch über die Identität des vier Jahre alten Mädchens besteht inzwischen Klarheit.

Der Verdächtige soll laut "Bild"-Informationen in Niedersachsen gefasst worden sein. Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk von der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt sagte der Zeitung: "Er ist deutscher Staatsbürger. Der Mann wird zurzeit befragt. Das Mädchen ist ebenfalls Deutsche und vier Jahre alt." Es sei von einem Polizeipsychologen untersucht worden und sei wieder in elterlicher Obhut.

Die Ermittler hatten sich zuvor mit dem Foto des Mädchens an die Öffentlichkeit gewandt. Das Bild wurde inzwischen aus Opferschutzgründen gelöscht. Den ungewöhnlichen Schritt, Fotos vom Opfer zu veröffentlichen, hatte Ungefuk folgendermaßen begründet: "Das ist die letzte Maßnahme, um den Täter zu identifizieren. Darauf greifen wir nur zurück, wenn alle anderen Möglichkeiten nicht zum Ziel geführt haben."

Der Tatverdächtige agierte äußerst vorsichtig, Bild- oder Videoaufnahmen lagen von dem mutmaßlichen Täter keine vor. Der Mann soll sich an dem Mädchen laut Generalstaatsanwaltschaft in Deutschland von Oktober 2016 bis Juli 2017 vergangen haben. Die Aufnahmen des Missbrauchs wurden auf einer kinderpornografischen Plattform im Darknet verbreitet.

Das BKA nannte am Montagabend keine Details zu dem Kind und zum Tatverdächtigen. Am Dienstag will es gemeinsam mit der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft Näheres bekannt geben.

bam/dpa



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