Blitzer-Attrappe gebastelt Verfahren gegen Tischler wird eingestellt

Wegen Amtsanmaßung musste sich ein Handwerker in Köln vor Gericht verantworten - er hatte eine selbstgebaute Blitzer-Attrappe aufgestellt. Jetzt wurde das Verfahren eingestellt.

Selbstgebaute Blitzer-Attrappe in einem Vorgarten
DPA

Selbstgebaute Blitzer-Attrappe in einem Vorgarten


Er wollte unbedingt Tempo 30 vor seiner Haustür durchsetzen. Dafür nahm ein Kölner Tischler einiges auf sich: Der 36-Jährige bastelte eine Blitzer-Attrappe und hoffte auf die Einsicht der Autofahrer. Die jedoch ließ auf sich warten. Stattdessen zeigte ihn ein Autohalter im April an - wegen Amtsanmaßung.

Vor Gericht erklärte der Angeklagte nun, dass er die Attrappe an einem Samstagnachmittag im Jahr 2015 mit seinen heute neun und elf Jahre alten Kindern gebastelt habe. "Meine Kinder hatten Angst, über die Straße zu gehen", betonte er. "Da habe ich mir gedacht: Mache ich mir mit meinen Kindern doch einen schönen Bastelnachmittag."

Zuvor hatte er laut eigenen Angaben mehrmals Stadt und Polizei kontaktiert und um Geschwindigkeitskontrollen gebeten - auch weil sich in der Nähe ein Kindergarten, eine Gesamtschule und ein Naherholungsgebiet befänden. "Ich wollte den Leuten nur ins Bewusstsein rufen, dass hier Tempo 30 ist. Mein Ziel war es nicht, Amtshandlungen zu untergraben", so der Angeklagte.

Die zuständige Amtsrichterin zeigte sich verständnisvoll. Das Verhalten des Mannes wecke Sympathie, bleibe aber dennoch strafbar, erklärte sie. Dennoch stellte sie das Verfahren ohne Auflagen ein - weil der Angeklagte offenbar nicht gewusst habe, dass seine Handlung verboten war und er niemandem schaden wollte.

ala/dpa



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