Bluttat in Serbien: Mann erschießt 13 Menschen

Polizeiabsperrung am Tatort: Tödliche Schüsse in serbischem Dorf Zur Großansicht
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Polizeiabsperrung am Tatort: Tödliche Schüsse in serbischem Dorf

Ein 60-Jähriger hat in Serbien mehr als ein Dutzend Menschen getötet. Der Mann schoss in einem Dorf südlich von Belgrad um sich, ehe er versuchte, auch seine Frau und sich selbst umzubringen. Das Paar kam verletzt ins Krankenhaus.

Belgrad - Ein 60 Jahre alter Serbe hat 13 Menschen erschossen und versucht, seine Frau und sich selbst umzubringen. Das bestätigten die Behörden und eine Krankenhaussprecherin in Belgrad. Der Mann habe mit seiner Waffe, die er legal besessen habe, in dem Dorf Velika Ivanca rund 50 Kilometer südlich von Belgrad sechs Männer und sechs Frauen sowie einen zweijährigen Jungen erschossen.

Seine ebenfalls angeschossene Ehefrau und der verletzte Täter hätten überlebt und seien ins Krankenhaus gebracht worden. Auch eine weitere Person wurde offenbar verletzt; manche Medien berichteten auch von drei Verletzten.

Serbiens Polizeichef Milorad Veljovic sagte, der Mann stamme "aus einer friedlichen Familie". Er habe keine Vorstrafen gehabt. "Wir sind alle geschockt." Veljovic zufolge verlor der Täter im vergangenen Jahr seinen Arbeitsplatz. Er soll 1992 Soldat im Kroatienkrieg gewesen sein.

Die Nachbarn zeigten sich fassungslos. "Er klopfte an Türen. Als die geöffnet wurden, hat er gefeuert", sagte ein Dorfbewohner. "Er war ein guter Nachbar, jeder würde ihm die Tür öffnen." Der Täter sei privat nie gewalttätig aufgefallen. Nach Darstellung der Anwohner tötete der 60-Jährige gegen halb fünf am Morgen zunächst in seinem Haus seinen Sohn mit einem Kopfschuss, berichtete die größte Zeitung "Blic" in ihrer Onlineausgabe. Dann habe er seine Ehefrau schwer verletzt.

Anschließend ging der Mann in vier Häuser, in denen er zwölf weitere Menschen erschoss. Schließlich richtete er die Waffe gegen sich selbst. Bei den Opfern soll es sich vorwiegend um Verwandte und Nachbarn des Mannes handeln. Zwölf der Opfer seien noch am Tatort gestorben, eines im Krankenhaus.

Der Mann war ersten Informationen zufolge bisher nie als gewalttätig in Erscheinung getreten. Laut der Krankenhaussprecherin sind keine psychischen Störungen des 60-Jährigen bekannt. Sein Motiv ist völlig unklar. Die Polizei sperrte für Ermittlungen das Dorf ab.

ulz/dpa/AP/Reuters

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Staatsoberhaupt:
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