Bombe in Bonn Ermittler verfolgen drei Verdächtige aus Salafisten-Milieu

Die Bundesanwaltschaft ermittelt nach SPIEGEL-Informationen mindestens gegen drei Männer im Fall des Anschlagsversuch am Bonner Hauptbahnhof. Die Verdächtigen stammen aus dem salafistischen Milieu. Bundesinnenminister Friedrich verlangt als Konsequenz eine Ausweitung der Videoüberwachung.

Tatverdächtiger in Videoaufnahme: Die Spur führt ins salafistische Milieu
DPA/ Polizei Köln

Tatverdächtiger in Videoaufnahme: Die Spur führt ins salafistische Milieu


Die Bundesanwaltschaft hat wegen der Bombe vom Bonner Hauptbahnhof drei Männer als Verdächtige ins Visier genommen. Sie stammen aus dem salafistischen Milieu. Zu dem Kreis der Verdächtigen zählt nach Informationen des SPIEGEL Omar D., den Polizisten bereits kurz nach der Tat befragt hatten, aber bald darauf wieder auf freien Fuß setzten.

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Heft 51/2012
Eine Institution ruiniert ihren Ruf

Ein derzeit in Somalia aktiver Deutscher hatte vor dem Anschlagsversuch angekündigt, es müsse in Europa mal wieder etwas geschehen. Dieses Indiz spricht für die Bundesanwaltschaft dafür, dass die Täter aus dem islamistischen Spektrum stammen. Nach Erkenntnissen der Beamten wäre die Bombe am vergangenen Montag bei erfolgreicher Zündung nicht detoniert, sondern hätte eine Stichflamme verursacht.

Als Konsequenz aus dem Anschlagsversuch will Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) die Videoüberwachung in Deutschland ausweiten lassen. "Die unfassbare Gewalttat auf dem Alexanderplatz in Berlin und der Bombenfund in Bonn zeigen: Wir brauchen eine effiziente Videobeobachtung und Videoaufzeichnung auf öffentlichen Plätzen und Bahnhöfen", sagte Friedrich dem SPIEGEL.

Mit einer besseren Technik ließen sich "Gewalttäter abschrecken und geplante Anschläge aufklären". Friedrich verlangt, "die erforderliche Modernisierung der Videotechnik schnell voranzutreiben". Die Deutsche Bahn hatte zwar Teile des Bonner Bahnsteigs mit Kameras beobachtet, die Bilder wurden jedoch nicht aufgezeichnet.

Die Bundespolizei und die Bahn hatten sich bislang darauf geeinigt, nur an zentralen Bahnhöfen Recorder mitlaufen zu lassen. Den Bahnhof der ehemaligen Bundeshauptstadt zählten sie bislang nicht dazu.

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thomas-b 15.12.2012
1.
Ständig versagt die Technik. Am 11.9 in den USA waren die Kameras aus, am 7.7 in London waren sie aus und auch hier haben sie nicht mitgefilmt. Lasst euch mal was besseres einfallen, lieber Verfassungsschutz. Und an Herrn Friedrich: Es waren Kameras vor Ort, die haben nur nichts aufgezeichnet. In Hamburg wurde zudem vor einigen Monaten ein junger Mann in einem Bus verprügelt. Die Kameras waren an, das hat nur niemanden abgeschreckt.
Izmi 15.12.2012
2. Undurchsichtig
Zitat von sysopDPA/ Polizei KölnDie Bundesanwaltschaft ermittelt nach SPIEGEL-Informationen mindestens gegen drei Männer im Fall des Anschlagsversuch am Bonner Hauptbahnhof. Die Verdächtigen stammen aus dem salafistischen Milieu. Bundesinnenminister Friedrich verlangt als Konsequenz eine Ausweitung der Videoüberwachung. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/bombe-in-bonn-polizei-sucht-drei-verdaechtige-a-873138.html
Es mag wohl sein, dass radikale Salafisten die Bombe gelegt haben. Allerdings kommt mir das Ergebnis der polizeilichen Untersuchungen wenig ergiebig vor. Gibt es denn keine handfesteren Beweise gegen die Verdächtigen als nur eine Aussage, es müsse in "Europa wieder mal etwas geschehen"? Und warum ist der schon einmal Festgenommene wieder entlassen worden? Ganz durchsichtig erscheint mir die Sache noch nicht...
de-be 15.12.2012
3.
Zitat von sysopDPA/ Polizei KölnDie Bundesanwaltschaft ermittelt nach SPIEGEL-Informationen mindestens gegen drei Männer im Fall des Anschlagsversuch am Bonner Hauptbahnhof. Die Verdächtigen stammen aus dem salafistischen Milieu. Bundesinnenminister Friedrich verlangt als Konsequenz eine Ausweitung der Videoüberwachung. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/bombe-in-bonn-polizei-sucht-drei-verdaechtige-a-873138.html
Irgendwie versteh ich die ganze Sache nicht mehr. Am 12.12. hieß es noch, dass starke Zweifel an der Schilderung der jugendlichen Zeugen bestehen, da Kameraaufnahmen belegen, dass Sie sich zuvor mit dem Taschenträger getroffen hätten. Und der Taschenträger wäre derjenige, der die Bahnmitarbeiter auf die abgestellte Tasche aufmerksam gemacht hat. Ermittlungen nach Bombenfund: Rolle der Zeugen unklar - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/ermittlungen-nach-bombenfund-rolle-der-zeugen-unklar-a-872527.html) Das stinkt doch alles nach einem ziemlich danebengegangenem Dummejungenstreich. Und jetzt sollen es plötzlich Salafisten sein? Kann mich mal jemand aufklären? Welchen Teil der Ermittlungen haben ich verpasst? Waren die beiden Zeugen nun doch nicht mit dem Taschenträger bei MCDonald? Haben sich die Salafisten gar als 14 jährige Jungen getarnt?
elegiator 15.12.2012
4.
Ach und Thomas-B. Wer hat eigentlich erzählt dass in London keine Kamera an war? Ich glaube mich zu erinnern, dass es kurz darauf Bilder von den Attentätern gab, die sie auf den weg ins Paradies zeigten. Wollten Sie jetzt noch die Videos der explodierenden Busse sehen? Einmal öfter durchatmen und Sauerstoff ans Hirn bringen. Vielleicht hilft dass über sämtliche Ideen von staatlich geplantem Terror hinweg.
torstenschäfer 15.12.2012
5. Medialer Irrsinn
Eine Woche lang durfte man lesen: Bonn nur knapp einer Katastrophe entgangen. Und während im Web Hunderte Kommentare diese Behauptung kritisch hinterfragten, wurde das von allen etablierten Medien brav weiter verbreitet. SPON hat da keine Ausnahme gemacht. Offenbar sind Journalisten inzwischen so stolz darauf, von Ermittlern etwas zugesteckt zu bekommen, dass eigene Recherchen nicht mehr in Frage kommen. Und was lesen wir jetzt im Kleingedruckten? "Nach Erkenntnissen der Beamten wäre die Bombe am vergangenen Montag bei erfolgreicher Zündung nicht detoniert, sondern hätte eine Stichflamme verursacht." Was für ein Irrsinn.
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