Übler Scherz Bombendrohungen in polnischen Großstädten

Ein anonymer Absender hat mit Bombendrohungen in gleich mehreren polnischen Städten für Aufruhr gesorgt. Vor allem Krankenhäuser und Behörden mussten evakuiert werden.

AP

Warschau - Wegen Bombendrohungen gegen öffentliche Einrichtungen mussten in Polen rund zwei Dutzend Behörden- und Krankenhausgebäude geräumt und durchsucht werden. Die Drohungen, die sich später als falscher Alarm entpuppten, richteten sich gegen 21 Institutionen, teilte Innenminister Bartlomiej Sienkiewicz mit.

Allein 300 Menschen wurden nach Polizeiangaben aus dem Gebäude der Generalstaatsanwaltschaft in der Hauptstadt Warschau in Sicherheit gebracht. Zudem sei der Zugang zu vier großen Krankenhäusern in der Hauptstadt gesperrt gewesen. Rund 500 Menschen, darunter auch Patienten, waren von der Evakuierung eine Klinik in der südlichen Stadt Kattowitz betroffen. Das Warschauer Innenministerium, welches in den Mittagsstunden Entwarnung geben konnte, sprach von einem üblen Scherz.

Widersprüchlich sind die Angaben zu dem Absender und der Art, wie die Drohungen bei den Institutionen eingingen. Während die Deutsche Presse-Agentur von einem anonymen Anrufer berichtete, der auch einige Droh-E-Mails versendet haben soll, sprach die Nachrichtenagentur AFP von einer Gruppe, die auf den Namen "Anonymo" hört und die Bombendrohungen nur per Mail versendet haben soll. Hierfür sollen sie einen E-Mail-Server aus dem Ausland genutzt haben.

Da zunächst nicht bekannt war, ob es sich um eine wirkliche Gefährdung handelte, hatten auch in Warschau, Krakau, Koszalin, Sosnowice und anderen Orten Hunderte Behörden- und Klinikmitarbeiter die Gebäude verlassen müssen. Im oberschlesischen Dabrowa Gornicza wurde ein Einkaufszentrum evakuiert.

stb/dpa/AFP

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.