Video-Auswertung: Polizei verfolgt neue Spuren im Bonner Bombenfall

Die Hintermänner des versuchten Bombenattentats in Bonn wurden noch nicht gefasst - doch nach SPIEGEL-Informationen gehen die Fahnder mehreren neuen Spuren nach. Ein bislang nicht ausgewertetes Video zeigt einen Verdächtigen.

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dapd

Bombenfund in Bonn: Die Ermittler gehen neuen Spuren nach

Hamburg - Bei den Ermittlungen gegen die Bombenleger von Bonn gehen die Fahnder nach SPIEGEL-Informationen mehreren neuen Spuren nach. Ein Zeuge will auf dem Bahnsteig in der Nähe eines Infopoints einen Mann mit einer blauen Sporttasche gesehen haben. Zudem ist ein weiteres Video mit einem Verdächtigen aufgetaucht. Der Film wurde in der Nähe des Tatorts im Bonner Hauptbahnhof aufgenommen und zeigt einen bärtigen Mann, der eine blaue Tasche trägt. Noch ist die Identität des Mannes allerdings unklar.

In einer solchen Tasche wurde am 10. Dezember ein Sprengsatz gefunden, der aus mehreren Kartuschen Butangas sowie Ammoniumnitrat bestand. Ein Mann hatte das herrenlose Gepäckstück am Gleis eins des Bonner Hauptbahnhofs entdeckt und die Polizei alarmiert. Nach dem Fund war das Gebäude gesperrt und die Tasche von Spezialisten durch Beschuss mit einem Wassergewehr kontrolliert gesprengt worden.

Anfangs war unklar, ob die Sprengladung überhaupt hätte explodieren können, doch inzwischen steht fest, dass der Zünder ausgelöst worden war, wegen Konstruktionsmängeln jedoch versagt hatte.

Terabytes von Kameradaten werden aktuell ausgewertet

Derzeit überprüfen die Fahnder auf der Suche nach den Tätern die Filme von rund 300 Kameras in Bonn und Umgebung, mehrere Terabyte Daten werden ausgewertet. Bislang richten sich die Ermittlungen gegen zwei bekannte Islamisten aus Bonn. Kurz nach dem Bombenfund hatten die Ermittler Kamerabilder einer McDonald's-Filiale veröffentlicht.

Fotostrecke

7  Bilder
Bombenfund in Bonn: Festnahme und Fahndungsfoto
Bereits einen Tag nach dem versuchten Anschlag hatte die Polizei zwei mutmaßliche Täter festgenommen. Bei einem von beiden handelte es sich um den gebürtigen Somalier Omar D. Laut Aussagen der Ermittler hätten Schüler D. und seinen Landsmann Abdirazak B. zuvor am Hauptbahnhof gesehen und auf Bildern identifiziert. Doch bereits nach wenigen Stunden waren die beiden in Gewahrsam genommenen Männer wieder freigelassen worden, weil sich der Tatverdacht nicht erhärtet habe, wie die Polizei mitteilte.

Im Sommer 2006 hatten zwei Islamisten schon einmal Kofferbomben deponiert, damals auf dem Kölner Hauptbahnhof in Regionalzügen. Beide Sprengkörper explodierten wegen technischer Mängel ebenfalls nicht, hätten aber nach Aussagen von Experten schwere Schäden anrichten können. Einer der Männer wurde in Deutschland, der andere im Libanon verurteilt.

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insgesamt 37 Beiträge
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1. Halloooo!
hxk 30.12.2012
Zitat von sysopBei den Ermittlungen gegen die Bombenleger von Bonn gehen die Fahnder nach SPIEGEL-Informationen mehreren neuen Spuren nach.
Ist es wirklich zuviel verlangt zu erwähnen was für neue Spuren verfolgt werden? Oder zu sagen, dass sich die Polizei offiziell aus ermittlungstaktischen Gründen bedeckt hält? Obwohl, in dem Fall sollte ein investigatives Medium mal investigativ tätig werden oder nicht???
2. zum Misserfolg verurteilt…
polintec 30.12.2012
Ah was! Die Bonner Polizei, Meckenheimer Bundekriminalamt und Kölner Verfassungsschutz machen nicht locker und verfolgen „unermüdlich“ den Salafisten-Spur! Schließlich die Schlagzeile machende Leistungen gefragt! Besonders nach der Schlappe mit der NSU! Nun die Art und Weise sind dieselbe. Manipuliert und zum Misserfolg verurteilt…
3. gut zu wissen, dass man im Prinzip noch gar keine neue
anonym187 30.12.2012
Kenntnisse zu diesem Fall haben! Die Videoüberwachung an allen Bus und Bahn finde ich gut aber auch mehr nicht! Das dies leider noch immer nicht umgesetzt wird, obwohl wir wir anscheinend viele Extrimisten von rechts,links sowie die Salafisten gibt, muss man die Konsequenzen ziehen! Auch verstehe ich nicht, warum diese Sekte wie der Salafismus nicht einfach stoppen kann wie andere Sekten zuvor
4.
youngbuck 30.12.2012
vielleicht sollte man mal HD Kameras installieren, dann würde man mal was erkennen und nicht nur n verpixelten Typen der ne blaue Tasche trägt. Kostet heute doch bix mehr und würde Fahndungserfolge steigern.
5. durchsichtig wie immer
antirechthaber 30.12.2012
Zitat von sysopDie Hintermänner des versuchten Bombenattentats in Bonn wurden noch nicht gefasst - doch nach SPIEGEL-Informationen gehen die Fahnder mehreren neuen Spuren nach. Ein bislang nicht ausgewertetes Video zeigt einen Verdächtigen. Bombenfund in Bonn: Polizei verfolgt neue Spuren - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/bombenfund-in-bonn-polizei-verfolgt-neue-spuren-a-875149.html)
Diese ganze Geschichte klingt doch mal wieder zu lächerlich, um wahr zu sein. Es sei denn, die Täter kamen von der Sonderschule. Die Tasche auf den Gleisen platzieren - wo sie sofort entdeckt wird, und nicht mal einen entsprechenden Zünder einbauen. Das steht ja sogar in wikipedia. Es sei denn, es war von vornherein als Attrappe gedacht. Aber so ganz ohne Message? Und ich denke, radikal-islamische Terroristen würden eine Bombe zünden und sich nicht mit Attrappen aufhalten. Möglicherweise waren es ja sogar dumme Jungs (zwar merkwürdig, das sowas immer um Weihnachten herum passiert). Aber dann wird man wieder versuchen es als straff organisierte Tat von Al-Quaida auszugeben. Um Ängste zu schüren. Den Überwachungsstaat voran zu treiben. Ich wäre wenig erstaunt, falls demnächst Vorschläge für neune Überwachungssysteme in Spiel gebracht werden. So lief es ja bis jetzt immer: Erst eine gerade noch aufgedeckte, terroristische Tat, und dann der Ruf nach neune Überwachungsinstrumenten, und vor allem, den entsprechenden Gesetzen.
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