Anschlag auf BVB-Spieler Generalbundesanwalt gibt Ermittlungen ab

Der Anschlag auf die BVB-Spieler wird ein Fall für die Dortmunder Staatsanwaltschaft. Der Generalbundesanwalt zieht sich zurück - weil es nicht mehr um Terrorismus geht.

Attackierter BVB-Bus
AFP

Attackierter BVB-Bus


Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen wegen des Anschlags auf die Mannschaft von Borussia Dortmund (BVB) an die Staatsanwaltschaft Dortmund abgegeben. "Die bisherigen Ermittlungen haben keine Anhaltspunkte für einen terroristischen Hintergrund des Anschlags ergeben", heißt es in einer Erklärung der Karlsruher Bundesbehörde.

Die Ermittlungen waren ursprünglich von der Bundesanwaltschaft übernommen worden, weil am Tatort vor dem Mannschaftshotel in Dortmund drei Bekennerschreiben gefunden worden waren. Darin wird ein radikal-islamistisches Tatmotiv angegeben.

Keine besondere Bedeutung

Inzwischen sei davon auszugehen, dass der Tatverdächtige Sergej W. aus monetären Interessen gehandelt habe, teilte die Bundesanwaltschaft mit: "Vor diesem Hintergrund fehlt es an einem Staatsschutzdelikt von besonderer Bedeutung." Damit entfalle die gesetzliche Grundlage dafür, dass der Generalbundesanwalt ermittle.

Der Anschlag war am 11. April vor dem Champions-League-Spiel der Dortmunder gegen den AS Monaco verübt worden. Dabei waren Innenverteidiger Marc Bartra und ein Polizist verletzt worden.

Die Ermittler vermuten, dass Sergej W. aus Habgier handelte. Der 28-Jährige soll mit geliehenem Geld am Tag des Anschlags sogenannte Put-Optionen gekauft haben, um nach dem Anschlag am sinkenden Kurs der BVB-Aktie zu verdienen. Dafür wollte er laut Bundesanwaltschaft möglichst viele BVB-Spieler töten.

W.s Anwalt Reinhard Treimer hatte zuletzt erklärt, sein Mandant bestreite die Vorwürfe. W. sitzt in Untersuchungshaft.

sms/sid



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