Bombenanschlag Mutmaßlicher BVB-Attentäter soll Tatwerkzeuge verbrannt haben

Hat der mutmaßliche BVB-Attentäter hinter dem Mannschaftshotel Beweise verbrannt? Die Ermittler gehen nach SPIEGEL-Informationen entsprechenden Spuren nach.

BVB-Mannschaftsbus nach dem Anschlag
DPA

BVB-Mannschaftsbus nach dem Anschlag


Im Fall des Bombenanschlags auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund werden neue Details bekannt: Nach Informationen des SPIEGEL hat der mutmaßliche Attentäter womöglich versucht, Beweismittel zu verbrennen.

Die Ermittler entdeckten in einem Waldstück in der Nähe des Hotels, in dem sowohl das Team des BVB als auch der Tatverdächtige Sergej W. logiert hatten, eine etwa 20 Quadratmeter große Brandstelle. Dort lagen unter anderem die Überreste eines Fernglases, einer Taschenlampe, Batterien, Kabel sowie Arbeitsschuhe. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Die Beamten vermuten, dass W. die Gegenstände genutzt haben könnte, als er drei Sprengsätze in einer Hecke am Hotelparkplatz platzierte. Womöglich sollte das Feuer Fingerabdrücke und DNA-Spuren vernichten, was Kriminaltechnikern zufolge auch gelang. Polizisten hatten kürzlich den Wald noch einmal abgesucht, ohne weitere Gegenstände zu finden, die mit der Tat zusammenhängen könnten.

Mögliches Versteck für einen Sprengsatz

Zuvor hatten Ermittler bei den Eltern des Verdächtigen einen Vogelkasten aus braunem Beton entdeckt, der mit einer Bohrung versehen und in dem Plastikband verarbeitet war - ein mögliches Versteck für einen Sprengsatz, vermuten die Beamten. Zudem entdeckten sie an W.s Arbeitsplatz und seinem Spind offenbar Spuren von Wasserstoffperoxid.

Die kriminaltechnischen Untersuchungen ergaben, dass bei dem Attentat selbst zusammengemischter Sprengstoff auf der Basis von Wasserstoffperoxid verwendet wurde. Untersuchungen zu Flüssigkeiten und Pulvern, die Ermittler bei ihren Durchsuchungen sicherstellten, dauern noch an.

Die Ermittler des Bundeskriminalamts und der Dortmunder Staatsanwaltschaft vermuten Habgier als Motiv. Sergej W. soll mit geliehenem Geld am Tag des Anschlags sogenannte Put-Optionen gekauft haben, um nach dem Anschlag am sinkenden Kurs der BVB-Aktie zu verdienen. Dafür wollte der 28-Jährige mutmaßlich möglichst viele BVB-Spieler töten. Sergej W. bestreitet die Tat.

Der Anschlag war am 11. April vor dem Champions-League-Spiel der Dortmunder gegen den AS Monaco verübt worden. Dabei wurden Innenverteidiger Marc Bartra und ein Polizist verletzt.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

Was im neuen SPIEGEL steht, erfahren Sie immer samstags in unserem kostenlosen Newsletter DIE LAGE, der sechsmal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von der Chefredaktion oder den Leitern unseres Hauptstadtbüros in Berlin.

jdl

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.