Borussia-Dortmund-Prozess Bombenanschlag auf BVB-Bus - Staatsanwalt fordert lebenslange Haft

Im Prozess um den Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund hat Sergej W. zugegeben, drei Sprengsätze gezündet zu haben. Die Anklage betont, die Wirkung sei nicht zu kontrollieren gewesen.

Sergej W. im Gerichtssaal
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Sergej W. im Gerichtssaal


"Alles, was er getan hat, sollte dazu führen, ein größtmögliches Schadensbild herbeizuführen", zitiert die "Bild"-Zeitung Carsten Dombert. Der Oberstaatsanwalt hat wegen des Bombenanschlags auf die Fußballer von Borussia Dortmund die Höchststrafe beantragt. Er wertete das Attentat vom 11. April 2017 in seinem Plädoyer vor dem Dortmunder Landgericht als vielfachen Mordversuch - und forderte lebenslange Haft für den Angeklagten Sergej W.

Der Angeklagte hatte im Prozess zugegeben, bei der Abfahrt des Mannschaftsbusses am Teamhotel des BVB drei selbst gebaute Sprengsätze gezündet zu haben. Bei dem Anschlag waren der damals noch für Dortmund aktive Verteidiger Marc Bartra und ein Motorradpolizist verletzt worden.

Wette auf Sturz der BVB-Aktie

In rund elf Monaten Beweisaufnahme haben Sachverständige die Gefährlichkeit der mit Metallteilen gespickten Sprengsätze untersucht. Sergej W. konnte demnach die Bomben bei dem Anschlag nicht kontrollieren oder ihre Wirkung vorhersagen. Der 29-Jährige bestreitet allerdings jegliche Tötungsabsicht.

Er habe "niemanden verletzen oder töten", sondern "einen Anschlag nur vortäuschen wollen", um einen Kurssturz der BVB-Aktie auszulösen, sagt W. im Prozess. Er hatte zuvor für Zehntausende Euro Optionsscheine und Kontrakte gekauft. Er setzte damit viel Geld auf fallende Kurse.

W. beteuerte, die Bomben bewusst so konzipiert und ausgerichtet zu haben, dass schwere Schäden ausgeschlossen waren. Die Schmerzensgeldforderungen der beiden Verletzten hatte er aber ausdrücklich akzeptiert.

Schon früh in dem Prozess hatte W. zugegeben, die Bomben gebaut und vor der Abfahrt des BVB-Mannschaftsbusses in einer Hecke am Teamhotel "l'Arrivée" versteckt zu haben. Die Sprengsätze detonierten, als sich der voll besetzte Bus um kurz nach 19 Uhr in Bewegung setzte, um die Mannschaft zum Champions-League-Heimspiel gegen AS Monaco in den Signal-Iduna-Park zu fahren.

apr/dpa

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