Mächtiges Drogenkartell Chef der Tempelritter in Mexiko gefasst

Sie morden, plündern und handeln mit Drogen: Das mexikanische Kartell Caballeros Templarios steht seit Jahren unter dem Druck der Sicherheitskräfte. Die haben den Chef der skrupellosen Bande jetzt gefasst.

Von Sicherheitskräften festgenommen: Drogenboss Servando Gómez Martínez alias "La Tuta"
AFP/ Secretaria de Seguridad Publica

Von Sicherheitskräften festgenommen: Drogenboss Servando Gómez Martínez alias "La Tuta"


Morelia - Der meistgesuchte Verbrecher Mexikos liegt in Handschellen: Der Chef des mächtigen Drogenkartells Caballeros Templarios (Tempelritter) ist im Westen des Landes festgenommen worden. Beamte hätten Servando Gómez Martínez alias "La Tuta" in der Stadt Morelia gefasst, teilte die Bundespolizei mit.

Bei der Festnahme, der mehrmonatige polizeiliche Ermittlungen vorausgegangen waren, soll kein einziger Schuss gefallen sein. Der 49 Jahre alte Gómez, der früher als Lehrer gearbeitet hat, soll nach Angaben des Kommissionsvertreters in die Hauptstadt Mexiko-Stadt gebracht werden.

Die mexikanische Polizei hatte im vergangenen Jahr eine Großfahndung nach Gómez gestartet. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte ein Kopfgeld von 30 Millionen Pesos - etwa 1,8 Mio Euro - auf ihn ausgesetzt. Auch die US-Behörden suchten ihn wegen Drogenschmuggels.

Mit Hilfe bewaffneter Bürgerwehren wurde er vor allem in den Bergen des Staates Michoacán gesucht. Gómez soll zum Anführer der Bande aufgestiegen sein, nachdem der legendäre Gründer der Tempelritter, Nazario "El Chayo" Moreno, im März vergangenen Jahres von Soldaten erschossen wurde. Nur drei Wochen später wurde mit Enrique "Kike" Plancarte ein weiterer Anführer der Bande von Sicherheitskräften getötet.

Die skrupellosen Tempelritter hatten im Sommer 2011 angekündigt, die Drogengeschäfte in Michoacán übernehmen zu wollen. Das pseudoreligiöse Kartell ist in den Verkauf synthetischer Drogen, in illegalen Bergbau und Schutzgelderpressung verwickelt. Auch Handel mit Kinderorganen werfen Ermittler den Tempelrittern vor. In Michoacán ist die Gruppe tief in der Bevölkerung verwurzelt und präsentiert sich als soziale Bewegung, die Schulen baut und Kleinkriminelle verfolgt.

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Sie kämpfen um die Macht und das Geld - mit brutalsten Mitteln: In Mexiko haben Drogenkartelle dem Staat und ihren Rivalen den Krieg erklärt. SPIEGEL ONLINE zeigt, welche Syndikate welche Regionen kontrollieren, und erklärt, wer die Hintermänner sind.

nil/AFP/dpa



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