Bombenanschlag bei Marathon: Anklage gegen mutmaßlichen Boston-Attentäter erhoben

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DPA/ FBI

Dschochar Zarnajew: Anklage in 30 Punkten

Vierfacher Mord und Gebrauch von Massenvernichtungswaffen: Gegen den mutmaßlichen Boston-Attentäter Dschochar Zarnajew ist Anklage erhoben worden. Insgesamt 30 Punkte hat eine Grand Jury gegen ihn aufgelistet.

Washington/Boston - Auf 17 der 30 Anklagepunkte steht die Todesstrafe oder lebenslange Haft: Gegen den mutmaßlichen Attentäter Dschochar Zarnajew ist mehr als zwei Monate nach dem Anschlag bei einem Marathonlauf in Boston Anklage erhoben worden. Das teilte die Bundesstaatsanwaltschaft in der US-Ostküstenstadt mit.

Zarnajew wird demnach unter anderem vorgeworfen, vier Menschen getötet und Massenvernichtungswaffen eingesetzt zu haben. Zudem gehören vielfache Körperverletzung, die Nutzung von Feuerwaffen, die Kaperung eines Autos, Verschwörung und Sachbeschädigung zu den Anklagepunkten.

Die tschetschenischstämmigen Geschwister Tamerlan und Dschochar Zarnajew werden für den Anschlag am 15. April verantwortlich gemacht, bei dem drei Menschen starben und 264 verletzt wurden. Nach Polizeiangaben zündeten die beiden Verdächtigen zwei Bomben im Zielbereich des Boston-Marathons. Auf ihrer Flucht sollen die Brüder auch einen Polizisten erschossen haben.

Tamerlan Zarnajew starb nach dem Anschlag bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei. Der 19-jährige Dschochar Zarnajew wurde nach tagelanger Fahndung gefasst.

US-Justizminister Eric Holder betonte, die 74 Seiten dicke Anklageschrift sei das Ergebnis einer vorbildlichen Zusammenarbeit unterschiedlicher Ermittlungsbehörden. "Die heutige Maßnahme beweist unsere eiserne Entschlossenheit, jeden (...) zur Verantwortung zu ziehen, der das amerikanische Volk bedroht oder versucht, unsere großartigen Städte zu terrorisieren", sagte Holder laut einer Mitteilung.

Rechtsexperten gehen davon aus, dass es gar nicht zu einem Prozess kommt, sondern Ankläger und Verteidiger sich vorab auf lebenslange Haft einigen - im Gegenzug zu einer kompletten Aussage des Angeklagten über die Hintergründe der Tat.

vks/dpa/AFP/Reuters

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