Größter Kunstraub der US-Geschichte Ermittler zeigen 25 Jahre alte Überwachungsbilder

Wo sind 13 Kunstwerke im Wert von einer halben Milliarde Dollar geblieben? Vor 25 Jahren wurden sie aus einem Bostoner Museum gestohlen. Nun erhoffen sich Ermittler von der Veröffentlichung eines Überwachungsvideos neue Hinweise.

REUTERS/FBI

Im Bostoner Isabella Stewart Gardner Museum hängen einige leere Rahmen. Sie erinnern an den größten Kunstraub der US-Geschichte. 13 Werke im Wert von rund 500 Millionen Dollar wurden am 18. März 1990 gestohlen.

Am frühen Morgen des Tages ließen Wachmänner zwei als Polizisten verkleidete Männer ins Museum. Die vermeintlichen Polizisten sollen die Wachmänner überwältigt haben - jedenfalls wurden die Sicherheitsleute später gefunden, mit Klebeband an Stühle gefesselt. Eine Bestandsaufnahme ergab, dass unter anderem ein Rembrandt, ein Vermeer und ein Manet fehlten.

Die Taten sind verjährt. Aber Ermittler und das Museum hoffen, die verlorenen Kunstschätze wieder zu bekommen. Deshalb haben Ermittler nun, ein Vierteljahrhundert später, ein Überwachungsvideo veröffentlicht. Die Aufnahme ist sechs Minuten und 40 Sekunden lang. Sie zeigt einen ungewöhnlichen Vorfall rund 24 Stunden vor dem Raub: Ein Wachmann lässt einen anderen Mann kurz nach Mitternacht am 17. März 1990 ins Museum. Der Mann habe das Museum durch die gleiche Tür betreten wie später die Täter, so das FBI.

Das Video zeigt zudem, wie ein Auto vor dem Museum hält. Der Wagen passt zur Beschreibung eines Autos, das einen Tag später kurz vor dem Diebstahl vor dem Museum gesehen wurde. Mit der Veröffentlichung des Videos hoffe man, neue Spuren zu bekommen und die gestohlenen Kunstschätze zu finden, sagte ein FBI-Vertreter in Boston. Zwischenzeitlich hatte das FBI fünf Millionen Dollar Belohnung für Hinweise ausgesetzt, die zur Wiederbeschaffung der Gemälde führen - erfolglos.

Die Ermittler haben zudem den 79-jährigen Robert G. aus Connecticut im Blick. Er ist seit den Sechzigerjahren immer wieder straffällig geworden. FBI-Mitarbeiter fanden bei ihm Polizeiuniformen und eine handgeschriebene Liste der gestohlenen Kunstwerke. G. wurde bereits zweimal festgenommen, um Informationen zu dem Diebstahl zu bekommen. Das war allerdings nicht erfolgreich: G. sagte beide Male, er wisse nichts.

ulz/Reuters



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