Botswana Elfenbeinjäger töten etwa 90 Elefanten

In kaum einem Land Afrikas lebten Elefanten bisher so sicher wie in Botswana. Das ändert sich gerade. Auf der Jagd nach Elfenbein haben Unbekannte eines der schlimmsten Massaker der vergangenen Jahre verübt.

Elefanten in Afrika
DPA

Elefanten in Afrika


Elfenbeinjäger haben in Botswana eines der schlimmsten Massaker an Elefanten der vergangenen Jahre angerichtet. Wildschützer entdeckten bei einer Zählung der Elefanten-Population aus der Luft etwa 90 getötete Tiere, denen die Stoßzähne abgenommen worden waren, wie die Tierschutzorganisation Elephants Without Borders mitteilte. Botswanas Tourismusminister Tshekedi Khama bestätigte die Angaben.

"Das Wildern von Elefanten hat ein Ausmaß erreicht, wie ich es bisher in Afrika noch nicht gesehen habe", sagte der Direktor von Elephants Without Borders, Mike Chase. Mitte Juli habe seine Organisation mit der Zählung der Elefanten-Population begonnen. "Jeden Tag zählen wir mehr tote Elefanten", sagte Chase.

"Eine dramatische Entwicklung"

Botswana habe bislang als relativ sicher für Elefanten gegolten. In dem Land leben etwa 135.000 der 415.000 Elefanten in Afrika. Nachdem die Tiere in den Nachbarländern Angola und Sambia fast ausgestorben seien, wichen nun viele Wilderer nach Botsuana aus, sagte Chase.

Der Tierschützer kritisierte, dass Botswana Anfang des Jahres seine Wildhüter entwaffnet habe. Zuvor hätten Wilderer damit rechnen müssen, erschossen zu werden. Nach der Entwaffnung sei die Wilderei stark angestiegen. Motiviert werden die Wilderer auch von den hohen Erlösen, die Elfenbein vor allem in Asien erzielt.

Die Umweltschutzorganisation WWF zeigte sich ebenfalls entsetzt. "Dieser beispiellose Angriff zeigt, wie erbarmungslos die hochgerüstete Wildtiermafia vorgeht", sagte WWF-Referentin Katharina Trump. "Afrika hat in nur einem Jahrzehnt über 100.000 seiner Elefanten verloren." Dies sei "eine dramatische Entwicklung, die wir dringend stoppen müssen".

bam/AFP

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