Brandkatastrophe von Backnang Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein

Die Nachforschungen zur Brandkatastrophe von Backnang werden eingestellt, der Täter konnte nicht ermittelt werden. Bei dem Feuer starben eine türkischstämmige Mutter und sieben ihrer Kinder. Ursache war vermutlich eine glimmende Zigarette.

Feuer in Backnang (März 2013): Acht Tote bei Brandkatastrophe
DPA/ Polizei Waiblingen

Feuer in Backnang (März 2013): Acht Tote bei Brandkatastrophe


Stuttgart - Mehr als ein Jahr nach der Brandtragödie von Backnang mit acht Toten hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart das Ende ihrer Ermittlungen bekanntgegeben. Einen Verantwortlichen für das Unglück konnten die Ermittler nicht ausmachen.

Die vernommenen Zeugen hätten von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch gemacht, teilte die Staatsanwaltschaft mit. "Damit ergaben sich keine weiteren Ermittlungsansätze, die zur Aufklärung der Tat hätten dienen können."

In der Nacht zum 10. März vergangenen Jahres waren eine 40 Jahre alte türkischstämmige Mutter und sieben ihrer zehn Kinder im Schlaf an Rauchvergiftungen gestorben. Drei Menschen konnten sich in Sicherheit bringen.

Wenige Wochen nach dem Brand gaben die Ermittler bekannt, dass ein glimmender Gegenstand - wohl eine Zigarette - der Auslöser der Katastrophe gewesen sein könnte. Dies hätten die Sachverständigen eindeutig bestätigt, heißt es nun. Schon früh hätten die kriminaltechnischen Spezialisten einen technischen Defekt oder eine Brandstiftung ausgeschlossen.

Offen bleibt daher die Frage, wer "versehentlich unvorsichtig" gehandelt hat. "In der Familie pflegten mehrere Personen zu rauchen", teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Schlafcouch, in deren Bereich sich der Schwelbrand entzündete, diente als Bett - aber auch als Sitzgelegenheit. Damit seien mehrere Menschen in Betracht gekommen, die Zigarette fallen- oder liegengelassen zu haben. Der Fall hatte auch in der Türkei Aufsehen erregt.

wit/dpa

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