Brand in Berliner Moschee Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Tatverdächtigen

Das Feuer hatte einen Anbau der Mevlana-Moschee in Berlin zerstört und die Fassade beschädigt: Nun hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen einen Tatverdächtigen des mutmaßlichen Brandanschlags auf das Gotteshaus eingeleitet.

Mevlana-Moschee: Ob der Anschlag politisch motiviert war, ist noch unklar
DPA

Mevlana-Moschee: Ob der Anschlag politisch motiviert war, ist noch unklar


Berlin - Im Fall des mutmaßlichen Brandanschlags auf eine Moschee in Berlin-Kreuzberg hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen einen Tatverdächtigen eingeleitet. Wie ein Sprecher der Anklagebehörde auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE erklärte, handle es sich bei dem Beschuldigten um einen aus Jordanien stammenden Mann, der bereits wegen anderer Brandstiftungsvorwürfe aufgefallen sei und derzeit in Untersuchungshaft sitze. Gegen ihn habe sich nun auch der Anfangsverdacht ergeben, in der Nacht zum 12. August Feuer in der Berliner Mevlana-Moschee gelegt zu haben.

Der Brand zerstörte einen noch nicht fertiggestellten Anbau des Gotteshauses und beschädigte die Fassade. Laut Staatsanwaltschaft dauern die Ermittlungen gegen den Verdächtigen an, auch was das mögliche Motiv der Tat angeht. Ob sie womöglich einen politischen Hintergrund hatte, sei derzeit noch völlig offen.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums hat es allein von Januar bis August dieses Jahres zwölf politisch motivierte Übergriffe auf Moscheen in Deutschland gegeben. Seit 2001 wurden nach dieser Zählung insgesamt mehr als 300 muslimische Gotteshäuser attackiert. Das Spektrum der Taten reicht von Hakenkreuzschmierereien über Morddrohungen gegen Imame bis hin zur Brandstiftung.

Der letzte Übergriff, den das Innenministerium in der Statistik aufführt, war demnach am 17. August. Dabei sei eine Moschee im schleswig-holsteinischen Mölln beschädigt worden.

srö/wow

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