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10. September 2018, 15:36 Uhr

Massenflucht

Mehr als hundert Häftlinge brechen aus Haftanstalt aus

Sie sprengten das Gefängnistor und schossen sich den Weg frei: In Brasilien haben 105 Insassen einer Haftanstalt die Flucht angetreten. 33 wurden wieder gefasst.

Mindestens 105 Häftlinge sind am frühen Montagmorgen (Ortszeit) aus einem Gefängnis in Brasilien geflüchtet. Ein Verbrecherkommando sprengte das Tor der Haftanstalt von João Pessoa im nordöstlichen Bundesstaat Paraíba. Den Sicherheitsbehörden zufolge griffen sie das Wachpersonal mit Feuerwaffen an. Ein Offizier der Militärpolizei erlitt schwere Verletzungen.

Ziel der Angreifer sei die Befreiung von vier Häftlingen gewesen, die wegen etlicher Überfälle auf Geldtransporter und Bankautomaten verhaftet worden waren, berichtete das Nachrichtenportal G1 unter Berufung auf Polizeiquellen. 33 Flüchtige wurden rasch wieder gefasst. Die Übrigen sind weiter auf der Flucht.

Im Hochsicherheitsgefängnis Romeu Gonçalves Abrantes, kurz "PB1", lebten bis zum Ausbruch 680 Häftlinge bei einer maximalen Kapazität von 660 Insassen. Laut aktuellen offiziellen Angaben sitzen in Brasilien mehr als 726.000 Menschen hinter Gittern. Die Gefängnisse sind aber nur auf etwa 368.000 Insassen ausgelegt.

ala/dpa

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