Terroralarm Bremen erhielt Warnung vor Attentätern aus Frankreich

Die Warnung vor einem Terrorakt in Bremen war nach SPIEGEL-Informationen konkreter als bisher bekannt. Demnach gab es Hinweise auf vier mutmaßliche Attentäter aus Frankreich.

Polizisten in Bremen: Großaufgebot in der Innenstadt
AP/dpa

Polizisten in Bremen: Großaufgebot in der Innenstadt


Hamburg - Auslöser des Terroralarms in Bremen am vergangenen Wochenende waren konkrete Warnhinweise aus drei Quellen auf mögliche Attentate in der Hansestadt. Nach Informationen des SPIEGEL lagen Hinweise des Zollkriminalamts, des Bremer Landeskriminalamts und des Bremer Landesamts für Verfassungsschutz vor, wonach vier mutmaßliche Attentäter aus Frankreich auf dem Weg nach Bremen sein könnten. Als mögliche Anschlagsziele wurden die Synagoge in der Schwachhauser Heerstraße und der Dom sowie die Domsheide, ein Verkehrsknotenpunkt in der Innenstadt, genannt. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Die Bremer Behörden sorgte besonders, dass die mutmaßlichen Attentäter möglicherweise mit einer Air-France-Maschine aus Paris kommen sollten - also jener Stadt, in der Terroristen Anfang Januar Attentate verübt hatten, unter anderem auf die Redaktion der Satirezeitschrift "Charlie Hebdo".

Zwei Personen aus der Bremer Islamisten-Szene sollen sich zudem 60 Uzi-Maschinenpistolen beschafft und Kontakte zu Gleichgesinnten im europäischen Ausland geknüpft haben. Bei Razzien der Polizei wurden jedoch weder Waffen gefunden noch Terroristen aus Frankreich angetroffen.

Die Polizei war am Samstag mit einem Großaufgebot in der Bremer Innenstadt präsent. An mehreren Stellen patrouillierten Beamte mit Maschinenpistolen. Kritiker hatten gerügt, die Reaktion sei möglicherweise überzogen gewesen. In den vergangenen Wochen hatte es bereits zwei vergleichbare Vorfälle gegeben. In Braunschweig war aus Furcht vor einem Anschlag der Karnevalsumzug abgesagt worden. In Dresden fiel eine Demonstration der islamfeindlichen Pegida-Akteure aus.

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insgesamt 25 Beiträge
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Seite 1
MoeWHV 06.03.2015
1. Gewonnen
Im Grunde haben die Terroristen bereits gewonnen, denn ihr Ziel ist es nicht Leute erfolgreich zu töten sondernd Angst zu verbreiten und das normale, freie Leben der Menschen zu beeinträchtigen. Das haben sie bereits geschafft, auch dank tatkräftiger Unterstützung der in diesen Dingen immer hilfsbereiten (Sicherheits-)Politiker und der Medien.
karabas 06.03.2015
2. es fällt auf, dass
ausnahmslos alle Warnungen für Deutschland von ausländischen Geheimdiensten kommen. Wenn schon die Franzosen uns die Informationen zustecken müssen, dann frage ich mich, was überhaupt unsere eigenen Geheimdienste für unsere Sicherheit tun. Es drängt sich die Frage auf, was würde bei uns passieren, wenn die ausländischen Geheimdienste die Informationen mit uns nicht mehr teilen würden.
spon-facebook-10000063024 06.03.2015
3. ?
Zitat von MoeWHVIm Grunde haben die Terroristen bereits gewonnen, denn ihr Ziel ist es nicht Leute erfolgreich zu töten sondernd Angst zu verbreiten und das normale, freie Leben der Menschen zu beeinträchtigen. Das haben sie bereits geschafft, auch dank tatkräftiger Unterstützung der in diesen Dingen immer hilfsbereiten (Sicherheits-)Politiker und der Medien.
Hier in Bremen war von irgendeiner Angst nichts zu bemerken. Und ich denke nicht, dass es an unserer hanseatischen Gelassenenheit lag, wenn die Bremer an dem Tag genau das gemacht haben, was sie sonst auch gemacht hätten... war schließlich ein schöner Sonnentag...
wauz 06.03.2015
4. Nachgeschobene Schutzbehauptung
Der Spiegel berichtet, was der Redaktion angeblich zugespielt wurde. Amtlich ist das nicht. Einer Redaktion Informationen zuspielen können nicht nur echte Informanten. Der VS kann im verein mit anderen Schlapphüten da so einiges. Dass das BKA nicht vor Lügen zurückschreckt, hat mit dem Celler Loch der Spiegel einst selbst aufgedeckt...
cato. 06.03.2015
5.
Zitat von karabasausnahmslos alle Warnungen für Deutschland von ausländischen Geheimdiensten kommen. Wenn schon die Franzosen uns die Informationen zustecken müssen, dann frage ich mich, was überhaupt unsere eigenen Geheimdienste für unsere Sicherheit tun. Es drängt sich die Frage auf, was würde bei uns passieren, wenn die ausländischen Geheimdienste die Informationen mit uns nicht mehr teilen würden.
Das ist keine Einbahnstraße, Deutsche Geheimdienste teilen auch ihre Erkenntnisse mit Ausländischen Geheimdiensten. Und das Frankreich ein dichteres Netz bei der Überwachung von Islamisten in Frankreich hat, ist ja jetzt erst einmal keine so ungewöhnliche Sache. Bedenklich ist, wenn fremde Auslandsgeheimdienste sich in Deutschland besser auskennen als unsere eigenen.
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