Bremen Jugendliche locken Polizisten in Hinterhalt

Der Staatsanwalt spricht von einer "Verabredung zum Mord": In Bremen sollen Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren zwei Polizisten in einen Hinterhalt gelockt und massiv bedroht haben. Offenbar wollten die Angreifen die Waffen der Beamten erbeuten.


Bremen - Die Streifenbeamten waren laut einem Bericht der Polizei Bremen von den Jugendlichen am Donnerstagabend gegen 22 Uhr unter einem Vorwand in einen dunklen Park im Stadtteil Gröpelingen gerufen worden. Zuvor war ein Notruf eingegangen, demzufolge die Anrufer - so wörtlich - von "Pennern" belästigt worden seien.

Als der 29-jährige Polizeibeamte und seine 27 Jahre alte Kollegin am vermeintlichen Einsatzort eintrafen, trat ein Maskierter aus einem Gebüsch hervor und schlug mit einem Schlagstock auf die Scheibe an der Fahrerseite des Autos.

Er selbst floh zunächst erfolgreich vor den Beamten. Die Polizei beschlagnahmte in Tatortnähe neben den Brandutensilien auch Einweghandschuhe

Bei der Fahndung fand die Polizei in Tatortnähe einen Molotow-Cocktail und einen Kanister Benzin, womit das Auto offenbar in Brand gesteckt werden sollte und nahm sechs Jugendliche von 14 bis 16 Jahren fest. Gegen vier der Jungen beantragte die Staatsanwaltschaft Haftbefehle wegen der Verabredung zum Mord. Die Jugendlichen seien wegen zahlreicher Diebstähle und Gewaltdelikte schon polizeibekannt, hieß es.

Den Geständnissen einiger aus der Gruppe zufolge hatte das Quartett eine gezielte Aktion gegen die Polizei im Stadtteil geplant. Nach dem Einschlagen der Fensterscheiben mit dem Schlagstock und einem Gullydeckel wollten sie demnach den Streifenwagen in Brand setzen und die Waffen der Beamten erbeuten. Auch deren Lebensgefahr hätten sie zumindest teilweise in Kauf genommen, erklärte ein Polizeisprecher.

Erst vor zweieinhalb Wochen hatte ein Fall in Köln Aufsehen erregt, bei dem Jugendliche zwei Polizisten in einen Hinterhalt gelockt und auf sie geschossen hatten, um die Beamten zu töten und deren Dienstwaffen zu rauben.

Die drei jungen Männer im Alter zwischen 15 und 17 hatten islamistische Motive für ihre Tat angegeben. Sie wollten nach eigenen Angaben als "Märtyrer" Anschläge auf deutsche und US-amerikanische Einrichtungen begehen.

Ein Bremer Polizeisprecher sagte am Freitag auf Anfrage, ein solcher Hintergrund sei bei dem Fall in der Hansestadt ausgeschlossen. Als Motiv habe sich vielmehr die "Unzufriedenheit über die häufigen Kontakte mit der Polizei" herauskristallisiert.

pad/AFP



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