Britischer Abhörskandal Fergie erstreitet Entschädigung

Im britischen Abhörskandal hat die Murdoch-Verlagsgruppe 17 Opfern Schadensersatz zugesagt. Neben der Ex-Frau von Prinz Andrew, Sarah Ferguson, gehören dazu auch Schauspieler Hugh Grant und Magier Uri Geller. Damit sind aber längst noch nicht alle Fälle der Affäre geklärt.

AP

London - Ein Gericht in London hat über 17 Klagen im britischen Abhörskandal entschieden. Das Ergebnis: Betroffene Prominente wie der Schauspieler Hugh Grant, der Sänger James Blunt und Sarah "Fergie" Ferguson sollen Entschädigungen bekommen. Bei dem zum Medienkonzern von Rupert Murdoch gehörenden Klatschblatt "News of the World" waren über Jahre Telefone von Prominenten abgehört und andere unlautere Recherchemethoden eingesetzt worden.

Die Höhe der Entschädigungen wurde nicht bekannt. Neben Grant, Blunt und der Ex-Frau von Prinz Andrew, "Fergie", wurde auch über die Klagen von Zauberkünstler Uri Geller sowie eines fälschlich wegen Mordes angeklagten Mannes entschieden. Ein Sprecher der Zeitungsholding News International entschuldigte sich bei den Betroffenen und sagte Schadensersatzzahlungen zu.

Der Anwalt von Ferguson erklärte, die Herzogin von York habe zwischen 2000 und 2006 häufig "ungewöhnliche Aktivitäten" an ihrem Mobiltelefon bemerkt. Außerdem hätten ihr Fotografen an Orten aufgelauert, von denen sie kaum hätten wissen können. Auch der Anwalt von Hugh Grant berichtete, dass der Schauspieler seit 2004 immer wieder überrascht gewesen sei, wie Journalisten an höchst private Informationen von ihm herangekommen waren.

Noch mehr als 20 Klagen offen

Reporter von Zeitungen der Murdoch-Gruppe hatten Hunderte von Telefonmailboxen angezapft und die Informationen veröffentlicht. Das ganze Ausmaß des Skandals war im Sommer 2011 aufgeflogen. Damals hatte der Medienunternehmer Rupert Murdoch sein Boulevardblatt "News of the World" dichtgemacht. Das Management der Zeitungsgruppe soll hinter den Hackerangriffen gestanden haben. Gegen die frühere "Sun"-Chefredakteurin Rebekah Brooks läuft ein Prozess.

Hinweise auf den Skandal hatte es schon 2006 gegeben. Damals waren zwei Reporter verhaftet worden, weil sie Telefonnachrichten der königlichen Familie angezapft hatten. Das Management der Verlagsgruppe soll die Zusammenhänge damals vertuscht haben.

Von dem Abhörskandal betroffen waren nicht nur Prominente, sondern auch Regierungsmitarbeiter und Verbrechensopfer. Zahlreiche Opfer reichten Klagen ein. Bislang wurden 144 von ihnen Schadensersatz zugesprochen. Schauspielerin Sienna Miller hatte im Sommer 2011 als erste Betroffene eine Entschädigung erstritten. Ihr wurden damals 100.000 Pfund zuerkannt. Über die Klagen von 23 weiteren Opfern wurde noch nicht entschieden. Für März wird mit weiteren Urteilen gerechnet.

wit/dpa/AP



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