Indien: Bruder fordert Todesstrafe für Vergewaltiger
Die Proteste in Indien reißen nicht ab. Seit Tagen gehen Tausende Aktivisten auf die Straße, um gegen die Mörder der vergewaltigten Studentin zu demonstrieren. Jetzt hat sich der Bruder der brutal getöteten Frau geäußert - er verlangt die Todesstrafe.
Neu Delhi - Sie fordern Gerechtigkeit für die Studentin, die nach einer brutalen Vergewaltigung ums Leben kam: In Indien sind wieder Tausende Menschen auf die Straße gegangen. Wie die Online-Ausgabe der "Times of India" berichtet, versammelten sich am Montag, nachdem die 23-Jährige eingeäschert worden war, Aktivisten und Studentengruppen in Neu Delhi, um zu protestieren. "Wir werden für das Mädchen kämpfen. Ich bin seit drei Tagen im Hungerstreik und werde so lange weitermachen, bis die Täter vor Gericht sind", sagte eine der Aktivistinnen.
Jetzt hat auch der Bruder der vergewaltigten Inderin die Todesstrafe für die Täter gefordert. "Der Kampf hat gerade erst begonnen. Wir wollen alle Angeklagten hängen sehen, und wir werden dafür kämpfen bis zum Ende", sagte er in der Zeitung "Indian Express" vom Montag.
Der Vater der jungen Frau sagte dem Blatt, seine Ehefrau habe seit zwei Wochen kaum etwas gegessen. "Sie war erschöpft", sagte der Vater. "Ich glaube, sie war nicht bereit, dem Schock über den Tod unserer Tochter ins Auge zu blicken, auch wenn die Ärzte uns immer sagten, es sei ernst. Sie weinte den ganzen Samstag, doch es wurde schlimmer auf dem Flug zurück", sagte der Vater, der wie die ganze Familie in der Öffentlichkeit nicht mit Namen genannt wurde.
Die 23-jährige Studentin war am 16. Dezember in einem Bus in Neu Delhi von mehreren Männern brutal vergewaltigt und misshandelt worden. Auch ihr Freund wurde schwer verletzt. Am Samstag erlag die junge Frau in einem Krankenhaus in Singapur ihren Verletzungen, am Sonntag wurde sie in Neu Delhi eingeäschert. Sechs Männer sind für die Tat wegen Mordes angeklagt. In Indien gibt es die Todesstrafe, sie wird aber nur selten vollstreckt. Der Vorfall löste in Indien eine Diskussion über sexuelle Gewalt gegen Frauen aus und führte zu heftigen Protesten.
cib/AFP
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