Spektakulärer Raub in Brüssel: Auf der Spur der Diamanten

Brüsseler Flughafen Zaventem (Februar): Erneuerung der Sicherheitsabsperrungen Zur Großansicht
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Brüsseler Flughafen Zaventem (Februar): Erneuerung der Sicherheitsabsperrungen

Ein Teil der Beute aus dem Diamantendiebstahl am Flughafen Brüssel ist wieder aufgetaucht, der Fall steht vor der Aufklärung: Bei Razzien in drei Ländern nahmen Fahnder 31 Verdächtige fest. Mindestens einen von ihnen halten die Ermittler für eine zentrale Figur.

Brüssel - Es war ein filmreifer Coup, minutiös geplant, von Profis. Die Gangster drangen am Abend des 18. Februar im Schutz der Dunkelheit auf das Gelände des Flughafens Brüssel-Zaventem ein. Sie kamen zu acht, mit Maschinengewehren bewaffnet, maskiert und in Polizeiuniformen. Um 19.47 Uhr durchbrachen die Täter die Sicherheitsabsperrungen und fuhren mit zwei schwarzen Vans auf das Rollfeld.

Die Bande hatte es auf Rohdiamanten aus Antwerpen abgesehen, die gerade aus einem Werttransporter in einen Flieger nach Zürich verladen wurden. Ohne einen Schuss abzugeben oder jemanden zu verletzen, erbeuteten die Täter einen Teil der Ladung. Sie zogen rund 120 Päckchen mit Diamanten von der Ladefläche der Maschine - unbemerkt von den Passagieren an Bord des Flugzeugs. Fünf Minuten dauerte die ganze Aktion. So rekonstruierten Ermittler den spektakulären Raub.

Nun, knapp drei Monate nach der Tat, schlugen die Fahnder zurück. Ebenfalls in einer sorgsam geplanten Aktion mit Razzien in drei Ländern. Rund 250 belgische Polizisten durchsuchten am frühen Morgen nahezu zeitgleich 40 Wohnungen im Großraum Brüssel. Auch in der Schweiz und Frankreich gab es Razzien.

Das Ergebnis: 31 Festnahmen. Einer der größten Diamantendiebstähle der Geschichte scheint kurz vor der Aufklärung zu stehen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Brüssel wurden in der Schweiz mehrere Diamanten aus der Beute sichergestellt. In Belgien seien "größere Geldsummen" sowie Luxusautos beschlagnahmt worden.

"Ein umfangreiches Vorstrafenregister"

Justizsprecher Jean-Marc Meilleur zufolge gab es in Belgien 24 Festnahmen, in der Schweiz sechs. Ein in Frankreich festgenommener Franzose soll beim Überfall selbst dabei gewesen sein. Er gilt als einer der Drahtzieher des Raubes. "Mindestens zehn der in Belgien gefassten Personen sind der Justiz vor allem wegen Gewaltdelikten bekannt und gehören zum kriminellen Milieu Brüssels", sagte Meilleur.

Die belgischen Ermittler hatten nach eigenen Angaben eng mit Fahndern in Frankreich, Luxemburg und der Schweiz kooperiert. Die Angaben aus Genf wichen am Mittwoch aber leicht von denen aus Brüssel ab. Die Genfer Staatsanwaltschaft erklärte, in ihrer Stadt seien acht Verdächtige festgenommen worden, sechs von ihnen seien später wieder freigelassen worden. Unter den Verdächtigen sind demnach ein Geschäftsmann und ein Anwalt. Ihnen werde Hehlerei und Behinderung der Justiz vorgeworfen. "Eine bedeutende Beute ist gefunden worden, 100.000 Schweizer Franken in bar und eine große Menge an Diamanten, deren Wert gerade geschätzt wird", hieß es in der Mitteilung aus der Schweiz.

Laut des belgischen Justizsprechers wird jetzt ermittelt, welche Rolle die einzelnen Festgenommenen bei dem Diamantenraub gespielt haben. Die Ermittler seien aber überzeugt, dass der in Frankreich festgenommene Mann, der "ein umfangreiches Vorstrafenregister" habe, eine zentrale Figur sei.

wit/AFP/Reuters/dpa

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1. Ist doch eigentlich eine Bagatelle...
blackwatcher 08.05.2013
...wenn man vergleicht, dass im neuesten Euromillion-Jackpot bereits wieder 42 Mio Euro zu "holen" sind! Und das alles korrekt und Waffe!
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