Staatsanwaltschaft Frankfurt "Bierkönig"-Witwe wegen versuchten Totschlags angeklagt

Der Frankfurter "Bierkönig" Bruno Schubert starb 2010. Nach jahrelangen Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft nun Anklage gegen seine Witwe erhoben.

Witwe des einstigen Frankfurter "Bierkönigs" (2013)
DPA

Witwe des einstigen Frankfurter "Bierkönigs" (2013)


Die Staatsanwaltschaft hat mehr als sieben Jahre nach dem Tod des als Frankfurter "Bierkönig" bekannten Bruno Schubert Anklage gegen seine 34 Jahre alte Witwe erhoben - wegen versuchten Totschlags durch Unterlassen. Zudem werde dem früheren Generalbevollmächtigten Schuberts, einem 65-jährigen Frankfurter Rechtsanwalt und Notar, Beihilfe vorgeworfen, teilte die Behörde mit.

Schubert, der frühere Inhaber der Henninger-Brauerei, war im Oktober 2010 im Alter von 90 Jahren gestorben. Danach gab es bereits einen jahrelangen Rechtsstreit um sein Erbe. Seine zweite Ehefrau wollte vor Gericht erreichen, als Alleinerbin anerkannt zu werden. Die Leiche Schuberts wurde nach Hinweisen auf einen nicht natürlichen Tod im Jahr 2012 exhumiert und obduziert.

Die 34-Jährige und der Generalbevollmächtigte sollen laut Staatsanwaltschaft seit Sommer 2009 alle wesentlichen Belange im Leben Schuberts kontrolliert haben. Ihnen wird nun vorgeworfen, den 90-Jährigen kurz vor seinem Tod nur unzureichend mit Flüssigkeit versorgt zu haben.

Gemeinsam sollen sie entschieden haben, den kranken und dehydrierten Mann nicht wie vom Notarzt empfohlen in ein Krankenhaus verlegen zu lassen. Stattdessen hätten sie beschlossen, Schubert "entgegen seinem in einer Patientenverfügung vorab geäußerten Willen zu Hause sterben zu lassen".

Bruno Schubert (2008)
DPA

Bruno Schubert (2008)

Die Todesursache konnte laut Staatsanwaltschaft nicht sicher festgestellt werden. Deshalb sei Anklage wegen "versuchten und nicht vollendeten Totschlags" erhoben worden. Es liegen demnach aber Anhaltspunkte dafür vor, dass Schubert vor seinem Tod Medikamente bekam, "die den Todeseintritt beschleunigt haben könnten".

Schubert und seine zweite, aus Äthiopien stammende Frau mit belgischer und eritreischer Staatsangehörigkeit hatten knapp eineinhalb Jahre vor Schuberts Tod geheiratet.

wit/AFP



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