Brutale Festnahme in Südafrika: Polizisten schleifen Mann zu Tode
Südafrika ist empört über eine brutale Polizeiaktion, die auf Video festgehalten ist: Beamte fesseln einen Festgenommenen an ein Auto und schleifen ihn Hunderte Meter weit. Der Mann stirbt später an seinen schweren Kopfverletzungen.
Johannesburg - Das Handy-Video ist erschreckend - auch wenn die Bilder verwackelt sind: Ein mit rotem T-Shirt, schwarzer Hose und Turnschuhen bekleideter Mann wird mit seinen Händen von Beamten an ein Polizeiauto gefesselt und Hunderte Meter bis zum Revier geschleift. Nach Angaben der Polizei stirbt der 27-jährige Taxifahrer später an seinen schweren Kopfverletzungen. Das von der Zeitung "Daily Sun" veröffentlichte Video war am Donnerstag wichtigstes Thema in den Medien Südafrikas und sorgte landesweit für Empörung.
Die Polizei habe auf die Frage von Passanten, was der Mann getan hätte, geantwortet: "Er hat damit angefangen", berichtet die "New York Times" ("NYT"). Attacken und Brutalität sind in Südafrika alltäglich. Für viele Südafrikaner war das Video eine Erinnerung an die Verbrechen weißer Polizisten gegen schwarze Menschen während der Apartheid.
Südafrikas Präsident Jacob Zuma verurteilte die brutale Tötung des Mannes scharf. Die Bilder seien "grauenvoll, verstörend und nicht akzeptabel", hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung des Präsidenten. "Kein menschliches Wesen sollte in dieser Weise behandelt werden."
Die größte Oppositionspartei, die Demokratische Allianz, äußerte sich ebenfalls entsetzt über den Vorfall. Die Partei forderte die südafrikanische Kommission für Menschenrechte auf, den Vorfall zu untersuchen.
Vor den Augen zahlreicher Passanten hatten die Polizisten in Daveyton östlich von Johannesburg den Mann aus Mosambik überwältigt. Der Verdächtige, der einen Polizisten angegriffen und dessen Dienstwaffe entwendet haben soll, wurde zum Polizeirevier von dem Fahrzeug mitgeschleift.
Südafrikas Polizeichefin Riah Phiyega sagte, sie sei "tief besorgt". Die Polizeiaufsichtsbehörde Ipid nahm Ermittlungen auf. Ipid-Sprecher Moses Dlamini bezeichnete im Nachrichtensender eNCA den Vorfall als "schockierend". "Wir sehen hier oft Polizeigewalt", zitiert ihn die die "NYT". "Die Polizei kümmert es nicht einmal, dass Menschen dabei zusehen."
Südafrikas Amnesty-International-Direktor Noel Kututwa sagte, dass der Vorfall Konsequenzen für die Verantwortlichen haben müsse. Er sei nur der letzte in einer Reihe von Aktionen, in der "ein in wachsendem Maße beunruhigendes Muster von Polizeibrutalität in Südafrika" zu erkennen sei, so Kututwa.
lei/dpa
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- Donnerstag, 28.02.2013 – 21:36 Uhr
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