Landgericht Augsburg Buddhistischer Priester gibt Missbrauch von sieben Jungen zu

Ein Zen-Priester hat gestanden, über Jahre sieben Jungen sexuell missbraucht zu haben. Die Opfer waren 4 bis 13 Jahre alt.

Der Angklagte vor Gericht
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Der Angklagte vor Gericht


Ein buddhistischer Geistlicher könnte wegen sexuellen Kindesmissbrauchs eine lange Haftstrafe erhalten. Zum Prozessauftakt vor dem Langerichte Augsburg gab der Mann die Taten zu, nachdem sein Verteidiger eine entsprechende Erklärung abgegeben hatte.

Der frühere spirituelle Leiter einer buddhistischen Gemeinschaft missbrauchte unter anderem die beiden Söhne einer Frau, die sich nach dem Tod ihres Mannes wegen Trauerbegleitung an ihn gewandt hatte. Er ging eine Beziehung mit der Mutter ein und verging sich an den Kindern. Dadurch flogen seine Taten auf.

In einem anderen Fall missbrauchte der 62-Jährige einen Flüchtling, den er im Kirchenasyl kennengelernt hatte. Teilweise machte der Angeklagte bei seinen Taten auch pornografische Bilder der Kinder. Die Opfer sollen 4 bis 13 Jahre alt gewesen sein.

Priester soll auch Kinderpornographie besessen haben

Dem Priester werden mehr als 20 Übergriffe in einem Zeitraum von mehr als zehn Jahren vorgeworfen, einige stuft die Staatsanwaltschaft als schweren Missbrauch ein. Der Geistliche sitzt bereits seit Juli 2016 in Untersuchungshaft.

Ihm wird auch vorgeworfen, rund 2800 kinder- und jugendpornografische Fotos und Videos besessen zu haben. Die Jugendkammer des Landgerichts, die wegen des Alters der Opfer für den Fall zuständig ist, hat bis August 13 Verhandlungstage eingeplant. Wegen des umfassenden Geständnisses werden nun aber etliche Zeugen nicht vernommen und das Verfahren dürfte wohl früher zu Ende gehen.

brt/dpa

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