Fahndungserfolg Ermittler schnappen 46 untergetauchte Neonazis

160 Rechtsextreme standen im Januar auf der Fahndungsliste, 46 wurden inzwischen festgenommen. Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage der Linkspartei hervor. Vor allem Neonazis aus den westlichen Bundesländern tauchen unter - sieben werden sogar im Ausland gesucht.


München - Bundesweit werden noch mehr als hundert Rechtsextreme wegen Straftaten gesucht. Gegen sieben Neonazis läuft auch eine internationale Fahndung. Weil sie untergetaucht sind, konnten die Haftbefehle bisher nicht vollstreckt werden.

Ermittler sprechen dennoch von Erfolgen. Denn im Januar standen noch weit mehr Neonazis auf den Fahndungslisten - nämlich 160. Mittlerweile wurden 46 von ihnen festgenommen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linken.

Vor allem in großen westlichen Bundesländern sind viele Neonazis flüchtig: Den Angaben zufolge standen Anfang Januar 37 Rechtsextreme in Bayern auf der Fahndungsliste, je 29 in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Viele Neonazis werden wegen Drogendelikten gesucht

Bei den Straftaten, für die ein Haftbefehl ausgestellt wurde, sind nicht nur Gewaltverbrechen, Volksverhetzung und andere szenetypische Delikte dabei, wie das Zeigen des Hitlergrußes oder das Tragen von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Etliche Rechtsextremisten werden auch wegen Betrug, Diebstahl oder Drogendelikten gesucht. Wie lange die Gesuchten bereits verschwunden sind, geht aus den Angaben der Ermittler nicht hervor.

Das BKA hatte die Fahndungslisten bundesweit überprüft, nachdem die Existenz der jahrelang unentdeckten Zwickauer Terrorzelle bekannt geworden war.

Nur bei 50 der gesuchten 160 Rechtsextremisten lag dem Haftbefehl laut Innenministerium eine "politisch rechts motivierte Straftat" zugrunde. Die innenpolitische Sprecherin der Linken, Ulla Jelpke, kritisierte die Statistik. Es sei erschreckend, wie die Sicherheitsbehörden sich die Statistik "schönrechnen", sagte Jelpke der "Süddeutschen Zeitung". So seien etliche Fälle, bei denen Neonazis den Hitlergruß gezeigt oder Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen getragen hätten, nicht als "politisch motivierte" Kriminalität gezählt worden.

hut/dapd

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insgesamt 26 Beiträge
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Seite 1
dregflow 15.03.2012
1. Richtig lustig oder?
Ich kann mich des Eindrucks nicht verwehren, dass der VS genau weiß wo sich diese "Neonazis" aufhalten. Und wenn man mal wieder einen Erfolg verbuchen muss, macht man eine Razzia in mehren Bundesländern und schnappt sich ein paar davon. So ist der Fahndungserfolg immer sehr groß und sehr medienwirksam. Rechtfertigt ein solches Aufgebot einen "Hitlergruß", der vielleicht gar keiner war nur weil irgend ein Depp es so gesehen haben will?
henryb_de 15.03.2012
2. Hab garnicht gewusst,
Zitat von sysop160 Rechtsextreme standen im Januar auf der Fahndungsliste, 46 wurden inzwischen festgenommen. Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage der Linkspartei hervor. Vor allem Neonazis aus den westlichen Bundesländern tauchen unter - sieben werden sogar im Ausland gesucht. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,821455,00.html
dass es in den westlichen Bundesländern auch Neonazis geben soll. Uns wurde doch immer beigebracht, dass sein ein rein ostdeutsches Problem. Sicher sind das aber nur Ossis, die in den Westen übergsiedelt sind. Oder?
ofelas 15.03.2012
3. Nsu
Zitat von dregflowIch kann mich des Eindrucks nicht verwehren, dass der VS genau weiß wo sich diese "Neonazis" aufhalten. Und wenn man mal wieder einen Erfolg verbuchen muss, macht man eine Razzia in mehren Bundesländern und schnappt sich ein paar davon. So ist der Fahndungserfolg immer sehr groß und sehr medienwirksam. Rechtfertigt ein solches Aufgebot einen "Hitlergruß", der vielleicht gar keiner war nur weil irgend ein Depp es so gesehen haben will?
in den eigenen Hallen halten sich einige auf
Claudio Tiberio 15.03.2012
4.
Hier geht es um Morde! In unseren Land sind die Rechten Extremisten wesentlich gewalttätiger, nun bekommen sie die Quittung. Unser Staat war schon beinahe immer blind auf dem rechten Auge, doch jede Serie geht mal zu Ende. Schönen Tag noch.
zephyros 15.03.2012
5. mit der
Festnahme ist es aber leider nicht getan. Was bringt die Aktion ausser ein wenig Publicity, wenn diese Nazis zu 99% wieder frei gelassen werden, weil nichts strafrechtlich relevantes vorliegt?
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