Misshandlungen in Asylbewerberheim Burbach Gericht stellt Heimleiter Bewährungsstrafe in Aussicht

Im Prozess zu Misshandlungen in einer Flüchtlingsunterkunft in Siegen deutet sich für den Heimleiter eine Bewährungsstrafe an. Dafür will er umfassend gestehen.

Der Angeklagte und sein Anwalt Lars Leininger im Landgericht Siegen
DPA

Der Angeklagte und sein Anwalt Lars Leininger im Landgericht Siegen


Nach monatelangen Misshandlungen in einer Flüchtlingsunterkunft in Burbach muss sich nun der Heimleiter vor dem Landgericht Siegen verantworten. Zu Prozessbeginn haben sich der gelernte Versicherungskaufmann, die Kammer und die Staatsanwaltschaft auf einen Deal geeinigt.

Der Angeklagte kündigte ein umfassendes Geständnis zu den Vorfällen an. Im Gegenzug wurde ihm eine Verurteilung von maximal eineinhalb Jahren auf Bewährung sowie eine Geldbuße in Höhe von 1200 Euro in Aussicht gestellt.

Laut Anklage soll der 38-Jährige angeordnet haben, Flüchtlinge bei Fehlverhalten in ein sogenanntes Problemzimmer zu sperren. Er trage damit die Gesamtverantwortung für die systematische Freiheitsberaubung in der Notunterkunft im Siegerland, warf ihm der Staatsanwalt vor. Das Verfahren gegen den damaligen Heimleiter ist vom Hauptprozess abgetrennt.

In der von einem privaten Unternehmen betriebenen Notaufnahmeeinrichtung des Bundeslands Nordrhein-Westfalen waren zwischen Dezember 2013 und September 2014 immer wieder Flüchtlinge eingesperrt, geschlagen und gequält worden. Mehr als 30 Wachleute, Betreuer und weitere Verantwortliche wurden deshalb insgesamt angeklagt. Erste Wachleute und Betreuer waren im Dezember zu Geldbußen und in einem Fall zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

bbr/dpa

TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.