Anschlag von Dortmund Angeklagter bietet BVB-Profi Schmerzensgeld an

Bei einem Sprengstoffanschlag auf einen Mannschaftsbus von Borussia Dortmund wurden der Profi-Spieler Bartra und ein Polizist verletzt. Der Angeklagte will nun ein Schmerzensgeld zahlen - aus Reue.

Sergej W.
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Sergej W.


Der mutmaßliche BVB-Attentäter Sergej W. hat den beiden Verletzten des Anschlags vor Gericht Schmerzensgeld angeboten. Die Familie des 28-Jährigen sei bereit, ihre Ersparnisse zu opfern und diese Fußballprofi Marc Bartra und einem Polizeibeamten zugutekommen zu lassen, teilte sein Verteidiger Carl Heydenreich mit.

"Das soll ein Zeichen echter Reue sein", sagte er. Ein sogenannter Täter-Opfer-Ausgleich wird vor Gericht in der Regel strafmildernd gewertet. Sergej W. hatte vor dem Dortmunder Schwurgericht bereits gestanden, bei der Abfahrt des voll besetzten Mannschaftsbusses am Teamhotel im April 2017 drei selbst gebaute Splitterbomben gezündet zu haben.

Er habe einen ernst gemeinten Anschlag aber nur vortäuschen wollen, hieß es in seiner Erklärung. Tatsächlich habe er nämlich niemanden töten oder schwer verletzen wollen. Ein Sprengstoffexperte des Bundeskriminalamts bezeichnete die in die Sprengsätze eingegossenen Metallstifte in seiner Zeugenaussage jedoch als "letale Geschosse", die potenziell tödliche Wirkung gehabt hätten.

Auf die Frage, wie er die Tatsache einschätze, dass von etwa 90 Metallstiften nur sechs den Bus trafen, sagte der Zeuge: "Das ist schon ein durchschnittliches Trefferbild." Wer mit drei Bomben nur Angst und Schrecken verbreiten wolle, dürfe seiner Ansicht nach überhaupt keine Metallstifte verwenden.

Aubameyang muss kein Ordnungsgeld zahlen

Nachdem Fußball-Profi Pierre-Emerick Aubameyang in dem BVB-Prozess am Montag nicht erschienen war, hat sich jetzt geklärt, dass er deshalb kein Ordnungsgeld zahlen muss. "Es gibt jetzt ein aussagekräftiges Attest", teilte Richter Peter Windgätter mit. Das Gericht werde daher auf ein Ordnungsgeld, das bis zu 1000 Euro betragen könnte, verzichten.

Aubameyang hatte sich in der fraglichen Sitzung krank gemeldet. Vor Gericht gab es zunächst aber Zweifel, ob er tatsächlich krank war. Nach dem Willen der Oberstaatsanwaltschaft soll er an einem neuen Termin aussagen. "Die Staatsanwaltschaft wird nicht auf den Zeugen Aubameyang verzichten", hieß es. Das Gericht solle ihn noch einmal laden. "Entweder kommt er selber, oder wir machen das in Form einer Videovernehmung."

fok/dpa



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