Staatsanwaltschaft Mutmaßlicher BVB-Attentäter plante womöglich weitere Anschläge

Sergej W. soll den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund mit einer Bombe angegriffen haben. Nach SPIEGEL-Informationen gehen Ermittler davon aus, dass er auch andere Ziele ins Visier nahm - er beschäftigte sich mit Seilbahnen.

Ermittler nach dem Anschlag auf den Dortmunder Mannschaftsbus
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Ermittler nach dem Anschlag auf den Dortmunder Mannschaftsbus

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Der mutmaßliche BVB-Attentäter Sergej W. plante womöglich weitere Anschläge. Nach Informationen des SPIEGEL geht dies aus der 43-seitigen Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Dortmund gegen den 28-Jährigen hervor. Die Staatsanwaltschaft wirft W. versuchten Mord und weitere Delikte vor. Die Entscheidung des Landgerichts Dortmund über die Zulassung der Anklage steht noch aus.

W. hatte der Staatsanwaltschaft zufolge im April dieses Jahres drei Sprengsätze neben dem Bus des BVB gezündet, als dieser vom Dortmunder Mannschaftshotel l'Arrivée abfuhr, um Spieler und Betreuer des Vereins zum Champions-League-Viertelfinale gegen den AS Monaco im Dortmunder Stadion zu bringen. Der BVB-Spieler Marc Bartra und ein Polizist wurden dabei verletzt.

Dass es nicht mehr Opfer gab, lag nur daran, dass der Attentäter einen der Sprengsätze falsch deponiert hatte. W. soll die Tat mit der Absicht begangen haben, mit Börsenspekulationen aus einem fallenden Kurs der BVB-Aktie Geld zu verdienen. Auch die "Ruhr Nachrichten" berichten in ihrer aktuellen Ausgabe über die Anklage.

Bei den aufwendigen Ermittlungen, an denen zeitweilig mehr als 200 Beamte des Bundeskriminalamts und zwischenzeitlich auch des Generalbundesanwalts beteiligt waren, entdeckten die Fahnder auch deutliche Hinweise darauf, dass Sergej W. nach weiteren Anschlagszielen gesucht haben könnte. So beschäftigte er sich im Internet mit mehreren Seilbahnen-Betreibern und deren Aktienkursen. Als Suchbegriff gab er unter anderem "Bergbahnen Engelberg-Trübsee Tiflis AG" und deren Wertpapierkennnummer ein, ebenso suchte er nach der "Karwendelbahn AG".

Dieses Verhalten lasse nur den Schluss zu, schreiben die Dortmunder Staatsanwälte nach SPIEGEL-Informationen, dass W. "sich ein neues Ziel suchte, um aus Kursverlusten aufgrund von Anschlägen Gewinne" zu erzielen.

Zudem fanden die Ermittler weitere Hinweise, dass Sergej W. versuchte, den Tatverdacht in Richtung islamistischer Terroristen zu lenken. Kurz nach dem Anschlag waren am Tatort drei wortgleiche Schreiben aufgefunden worden, die Glauben machen sollten, die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) stecke hinter dem Bombenanschlag. Diese Schreiben werden inzwischen als falsche Spur W.s gewertet.

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Zitate: Reaktionen auf Festnahme nach Anschlag auf den BVB

Nach der Tat entdeckten Zeugen eine Feuerstelle im Wald nahe dem Tatort. Die Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass Sergej W. sich dort aufhielt und unter anderem Einkäufe aus einem belgischen Supermarkt dort hinterließ, um eine weitere falsche Spur zu legen.

Der mutmaßliche Attentäter aus Rottenburg in Baden-Württemberg hatte offenbar psychische Probleme. Kurz vor der Tat versorgte er sich nach SPIEGEL-Informationen mit einem Rezept für das Medikament "Escitalopram", das bei Angststörungen und Depressionserkrankungen verschrieben wird. Auf einem seiner Laptops entdeckten die Fahnder Links zu Webseiten, die sich mit unterschiedlichen psychischen Krankheitsbildern befassen. Dazu gehörten unter anderem Persönlichkeitsstörungen und bipolare Störungen.



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