Las Vegas: Casino-Mogul erstreitet 20 Millionen Dollar von Pornoproduzent

Ihm gehörten legendäre Casinos wie das Bellagio und das Mirage: Der Glücksspiel-Mogul Steve Wynn hat vor Gericht von Sexfilm-Produzent Joe Francis 20 Millionen Dollar Schadensersatz erstritten. Es geht um mutmaßlichen Rufmord, Spielschulden und angebliche Morddrohungen.

Casino-Prozess in Los Angeles: Morddrohungen und Rufmord Fotos
AP

Hamburg/Los Angeles - Der Prozess liefert Stoff für einen Mafia-Film: Der Pornoproduzent Joe Francis hat dem Casinobesitzer Steve Wynn laut Anklage mehrfach öffentlich vorgeworfen, ihm mit dem Tode gedroht zu haben. Wynn hatte diese Anschuldigungen stets zurückgewiesen. Jetzt wurde dem Glücksspielmogul wegen der mutmaßlichen Rufschädigung von der Jury eines Gerichts in Los Angeles eine Schadensersatzzahlung in Höhe von 20 Millionen Dollar zugesprochen.

Der Vorwurf lautet auf Diffamierung: Joe Francis soll bei mehreren Gelegenheiten angegeben haben, dass Wynn sich wegen einer Spielschuld wünsche, Francis solle getötet und dann in der Wüste begraben werden. Wynn hatte vor Gericht angegeben, dass solch ein Vorwurf sein geschäftliches Imperium schaden könnte - besonders in einem US-Staat wie Nevada, wo die Spielindustrie strikt reguliert sei.

Der Urteilsspruch zu Wynns Gunsten beendet einen wochenlangen Prozess, in dem sowohl Wynn als auch Francis ausgesagt hatten. Wynns Anwalt hatte zunächst zwölf Millionen Dollar Schadensersatz wegen emotionaler Bedrängnis und Rufschädigung gefordert. Die Jury befand, dass Francis mit seinen mutmaßlichen Falschaussagen mit besonderer Arglist handelte. Das Gericht sprach Wynn 20 Millionen Dollar zu. Francis kündigte laut Nachrichtenagentur AP an, gegen das Urteil in Berufung gehen zu wollen.

Der Glücksspielmogul Steve Wynn gründete mehrere legendäre Casinos in Las Vegas, er eröffnete 1989 das Mirage, 1998 folgte das Bellagio. Wynn teilte mit, dass er jeglichen möglichen Gewinn, der nach Abzug der Anwaltskosten vom Schadensersatz verbleibe, an gemeinnützige Einrichtungen spenden wolle.

Der DVD-Produzent Francis baut sein geschäftliches Imperium seit Ende der neunziger Jahre auf der Serie "Girls Gone Wild" auf. Darin überreden Kamerateams junge Frauen etwa bei Strandpartys und in Nachtclubs, für Videos mit nackten Brüsten zu posieren und sich auf Sexspielchen einzulassen. Das Unternehmen musste sich im Laufe der Jahre in zahlreichen Gerichtsverfahren verantworten.

bos/Reuters/AP

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