Rechtsstreit mit Porsche Escort-Agentur darf nicht mehr "Cayenne" heißen

Die Begleitagentur "Cayenne-Escort" muss sich einen neuen Namen suchen: Wegen Markenrechtsverletzung hatte Porsche geklagt; vor Gericht bekam der Autobauer nun recht. Aufsehen hatte der Fall vor allem wegen angeblicher Geschäftsbeziehungen der Callgirl-Vermittlung zu einem Porsche-Händler erregt.

Webseite der Escort-Agentur (Screenshot): Vermittlung für romantische Stunden

Webseite der Escort-Agentur (Screenshot): Vermittlung für romantische Stunden


Hamburg - Im Rechtsstreit gegen einen Begleitservice aus Münster hat sich der Autobauer Porsche durchgesetzt. Die Agentur, die bundesweit Damen für romantische Stunden vermittelt, darf sich nach einem Urteil des Hamburger Landgerichts nicht mehr "Cayenne-Escort" nennen. Porsche hatte geklagt, weil es seine Markenrechte verletzt sah: Ein Geländewagen des Autobauers trägt denselben Namen.

Für Aufsehen hatte der im November begonnene Prozess vor allem wegen eines pikanten Details gesorgt, über das "Bild" und die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf die Anwältin der Begleitagentur berichtet hatten. Demnach soll im Februar 2012 der Geschäftsführer eines westfälischen Porsche-Zentrums ausgerechnet bei "Cayenne-Escort" nachgefragt haben, ob man Callgirls an gute Porsche-Kunden vermitteln könne. Nach einem Treffen im Autohaus sei es dann aber zu keiner Zusammenarbeit gekommen.

Für das Gespräch gibt es laut "Süddeutscher Zeitung" einen Zeugen, die Anwältin ließ dem Gericht demnach eine eidesstattliche Versicherung zukommen. Der Geschäftsführer des Autohauses dementierte dem Blatt gegenüber allerdings energisch, dass es geschäftliche Beziehungen gegeben habe.

"Wir distanzieren uns vollständig von diesen Dingen", sagte ein Sprecher der Porsche AG SPIEGEL ONLINE und wies darauf hin, dass der betroffene Autohändler rechtlich selbständig sei. Überdies hätten die Behauptungen der Anwältin nichts mit den Markenrechten zu tun, um die es in dem Prozess gehe.

Bei der Urteilsverkündung vor dem Hamburger Landgericht spielte die angebliche Anfrage des Autohauses keine Rolle mehr. Die Escort-Agentur muss Porsche demnach Schadensersatz zahlen und sich einen neuen Namen suchen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Az. 327O562/13

rls

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