Fall Charlie Gard Todkrankes Baby - Ärzte dürfen Behandlung abbrechen

Seit Monaten streitet ein britisches Ehepaar vor Gericht um das Leben seines todkranken Babys. Nun hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschieden.

Charlies Eltern: Chris Gard und Connie Yates
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Charlies Eltern: Chris Gard und Connie Yates


Ärzte in Großbritannien können endgültig die Behandlung des todkranken Babys Charlie Gard abbrechen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in Straßburg eine Beschwerde der Eltern als unzulässig abgewiesen. Die Entscheidung ist endgültig.

Charlies Eltern hatten darum gekämpft, ihren Sohn für eine weitere Behandlung in die USA bringen zu dürfen. Sie sammelten dafür umgerechnet rund 1,4 Millionen Euro. "Er hat buchstäblich nichts zu verlieren, aber möglicherweise ein gesundes und glückliches Leben zu gewinnen", schrieben sie auf einer Fundraising-Webseite.

Die Ärzte argumentierten hingegen, Charlie könne bei einer weiteren Behandlung möglicherweise Schmerzen erleiden. Durch bereits erlittene Hirnschäden werde sich sein Zustand selbst bei erfolgreicher Behandlung nicht mehr verbessern. Sie wollten die Behandlung des Jungen deshalb abbrechen.

"In Charlies bestem Interesse"

Die Eltern klagten in Großbritannien gegen die Entscheidung der Ärzte, blieben jedoch erfolglos. "Mit schwerem Herzen, aber in der vollen Überzeugung, dass es in Charlies bestem Interesse ist", habe er sich entschieden, dem Antrag des Krankenhauses stattzugeben, hieß es in der Urteilsbegründung des Richters.

Die Eltern wollten das Urteil jedoch nicht hinnehmen und klagten vor dem Gerichtshof für Menschenrechte. Mitte Juni hatten die Richter zunächst entschieden, der Junge müsse weiterbehandelt werden, bis ein Urteil gefällt wird. Nun folgten sie jedoch dem Urteil der britischen Richter. Die Ärzte dürfen die Behandlung nun abbrechen. Die britischen Gerichte hätten den Fall akkurat und sorgfältig geprüft, so die Begründung.

Charlie leidet an mitochondrialer Myopathie, auch mitochondriales DNA Depletionssyndrom genannt, eine sehr schwere und unheilbare Erbkrankheit. Die seltene Erkrankung kann unterschiedliche Organe wie die Leber, das Hirn und die Nieren betreffen. Meist führt sie nach wenigen Monaten bis mehreren Jahren zu Multiorganversagen und zum Tod. Einige Studien deuten aber darauf hin, dass die Gabe von Aminosäuren und Enzymen den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen könnte.

koe/dpa



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