Ausschreitungen in Chemnitz Generalbundesanwalt schaltet sich ein

Die Vorgänge in Chemnitz beschäftigen auch die Bundesanwaltschaft: Nach SPIEGEL-Informationen ist man in Karlsruhe "besorgt" über die Geschehnisse in Sachsen.

Demo in Chemnitz am 27. August
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Demo in Chemnitz am 27. August


Die Ausschreitungen durch rechte Demonstranten in Chemnitz haben den Generalbundesanwalt auf den Plan gerufen. Nach SPIEGEL-Informationen hat der Karlsruher Chefankläger Vorermittlungen eingeleitet. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Intern heißt es in Karlsruhe, man sei "besorgt" ob der Geschehnisse in Sachsen. Demnach interessiert die Behörde vor allem, wie es zu der schnellen Mobilisierung der Rechtsextremen bei den Protesten in Chemnitz kommen konnte. Es gelte nun herauszufinden, ob und welche Strukturen sich dahinter verbergen würden. Die Bundesanwaltschaft ist unter anderem zuständig für die Verfolgung von Terrorgruppen.

In Chemnitz war es nach dem gewaltsamen Tod eines Deutschen und der Festnahme eines tatverdächtigen Syrers und eines tatverdächtigen Irakers zu Demonstrationen und Ausschreitungen gewaltbereiter Neonazis gekommen. Die Polizei war von dem großen Zulauf überrascht: An der Demonstration der rechten Gruppe "Pro Chemnitz" nahmen am Montagabend 6000 Menschen teil, darunter auch Hooligans. Zum Gegenprotest versammelten sich 1500 Teilnehmer. Dazwischen standen weniger als 600 Polizisten. "Die Einsatzkräfte waren gerade noch ausreichend für die Bewältigung der Lage", sagte ein Polizeisprecher hinterher.

Stimmenfang #63 - Rechte Krawalle in Chemnitz: Warum immer wieder Sachsen?

Generalbundesanwalt Peter Frank hatte kurz nach seinem Amtsantritt im SPIEGEL eine härtere Gangart gegen Rechtsextremisten angekündigt. Sollte es zu "pogromartigen Szenen", Toten oder Schwerstverletzten kommen, müsse der Staat "ein Gegenfanal" setzen.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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