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08. Oktober 2016, 14:46 Uhr

Großeinsatz in Chemnitz

Polizei sucht mutmaßlichen Sprengstoffattentäter 

Terroralarm in Sachsen: Weil ein Verdächtiger einen Sprengstoffanschlag geplant haben soll, hat die Polizei in Chemnitz eine Wohnung gestürmt - aber niemanden festgenommen. Jetzt fahndet sie nach dem Tatverdächtigen.

In Chemnitz hat die Polizei am Samstagmorgen ein Wohngebiet abgeriegelt und ein Haus evakuiert. Grund war ersten Berichten zufolge der Verdacht, dass in einer der Wohnungen ein Sprengstoffanschlag vorbereitet worden sein soll.

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen 22-jährigen Syrer. Unbestätigten Meldungen zufolge soll er als Flüchtling eingereist sein und einen Anschlag auf einen deutschen Flughafen geplant haben. Dies wollte das Landeskriminalamt bisher nicht bestätigen.

Ein LKA-Sprecher teilte SPIEGEL ONLINE mit, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln die Polizei bereits am Freitagabend von dem Verdacht informiert hatte. Bei dem Versuch, sich Zugang zu der Wohnung zu verschaffen, hatten die Beamten am Samstag die Tür gesprengt. Es sei aber keine "relevante Person" angetroffen worden.

Vor Ort fanden die Einsatzkräfte geringe Mengen Sprengstoff. Zwar habe man keine Bombe entdeckt. Es gebe aber Hinweise darauf, dass "mit entsprechenden Materialien hantiert wurde", so der LKA-Sprecher. Diese würden nun analysiert.

Die Polizei Sachsen veröffentlichte einen Fahndungsaufruf. Demnach bittet sie um Mithilfe bei der Suche nach Jaber Albakr, geboren 1994 im syrischen Saasaa. Aktuell soll er ein schwarzes Kapuzensweatshirt mit auffälligem Druck tragen. Man müsse davon ausgehen, dass die gesuchte Person gefährlich sei. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte der Nachrichtenagentur AFP: "Wir nehmen den Sachverhalt ernst, die zuständigen Behörden stehen miteinander in engem Kontakt."

Mit Maschinenpistolen bewaffnete Beamte hatten am Samstagvormittag das Wohngebiet abgeriegelt. Die Polizei meldete via Twitter, man habe eine "statische Gefährdungslage im Fritz-Heckert-Gebiet". Die Einsatzkräfte baten alle Anwohner innerhalb des abgesperrten Bereiches, in den Wohnungen zu bleiben und die Anweisungen der Polizei zu beachten.

Sehen Sie hier die erste Einschätzung des LKA-Sprechers:

ala/AFP

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