Chicago Junge aus Anti-Gewalt-Video wird niedergeschossen

"Ich möchte nirgendwo leben, wo immer wieder Menschen niedergeschossen oder getötet werden", sagte der 13-jährige Zarriel Trotter in einem Video gegen Gewalt. Jetzt wurde er Opfer eines Schusswechsels.

Zarriel Trotter
Burrell Communications/ Facebook

Zarriel Trotter


Ein Teenager aus Chicago, der in einem preisgekrönten Anti-Gewalt-Video aufgetreten war, ist Opfer eines Schusswechsels in der Nähe seines Wohnortes geworden. Am Ostersamstag musste sich der afro-amerikanische Junge einer Operation unterziehen. Sein Zustand ist nach wie vor kritisch, er liegt im Mount Sinai Hospital seiner Heimatstadt.

"Ich möchte nirgendwo leben, wo ich immer wieder von Menschen höre, die niedergeschossen oder getötet werden", sagte der Siebtklässler in dem Video mit dem Titel "Black is Human" - "Schwarz sein ist menschlich". Das Video gehört zu einer staatlichen Werbekampagne, die mit dem Slogan endet: "Der Verlust eines schwarzen Jungen ist ein Verlust für Amerika". In dem Spot treten gleich mehrere Teenager in Zarriels Alter auf, die ihre Gefühle hinsichtlich Gewalt an schwarzen Jungen und Männern beschreiben. In dem Video heißt es, Mord sei die Todesursache Nummer eins für schwarze Jungs und Teenager.

Zarriel im YouTube-Video

Freitagabend, der 13-jährige Zarriel Trotter, ist auf dem Weg nach Hause. Zuvor hatte der Junge Basketball gespielt, zitiert die "Chicago Tribune" einen Verwandten des Kindes, als eine Kugel den 13-Jährigen in den Rücken traf. Nach Aussage der Polizei galt der Schuss nicht Zarriel. Ein Streit zwischen zwei Gruppen sei eskaliert, als einer der Männer seine Schusswaffe zog und abfeuerte.

Chicago ist die US-Hauptstadt der Kriminalität

Zarriels Zustand, den Freunde und Eltern nur Zari nennen, hat sich nicht verschlechtert, gilt aber nach wie vor als kritisch, berichten amerikanische Medien übereinstimmend. Bislang könne der Junge nicht sprechen, seine Mutter wache an seinem Krankenbett.

Chicago gehört zu den größten Städten der USA und ist führend bei der Kriminalität. Sorgen bereiten der Polizei nicht nur die vielen Morde, sondern auch die hohe Anzahl an Schießereien. Allein im Januar zählten die Beamten mehr als 240 Schießereien mit insgesamt 292 Opfern.

mhu/Reuters

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