Chilenischer Musiker Ex-Militärs wegen Mordes an Víctor Jara verurteilt

Der berühmte Liedermacher Víctor Jara wurde während der Pinochet-Diktatur in Chile ermordet. Mehr als vier Jahrzehnte später hat ein Richter nun neun Verantwortliche verurteilt.

Víctor Jara (Archivbild)
AP

Víctor Jara (Archivbild)


Fast 45 Jahre nach der Ermordung des bekannten chilenischen Sängers Víctor Jara sind neun ehemalige Militärangehörige verurteilt worden. Sie müssen für fünf bis 15 Jahre in Haft, wie ein Richter am Dienstag (Ortszeit) urteilte. Jara wurde am 16. September 1973 von Soldaten gefoltert und getötet. Er war 41 Jahre alt.

Fünf Tage zuvor hatte das Militär unter Machthaber Augusto Pinochet den damaligen sozialistischen Präsidenten Salvador Allende gestürzt. Jara, ein Sänger, Komponist und Theaterdirektor, wurde festgenommen und in ein Sportstadion, das damalige Estadio Chile, gebracht. Dort wurde er mit 44 Schüssen getötet. Nach dem Sturz Pinochets wurde das Stadion nach Jara benannt.

Jara gehörte der Kommunistischen Partei an und war ein Anhänger der Allende-Regierung. Sein Leichnam wurde im Juni 2009 exhumiert, um die genauen Umstände seines Todes zu untersuchen. Sechs Monate später wurde der 1932 geborene Künstler in Anwesenheit von Präsidentin Michelle Bachelet in Santiago de Chile beigesetzt.

Vor zwei Jahren hatte ein Gericht im US-Bundesstaat Florida einen früheren Offizier wegen der Ermordung Jaras in einem Zivilverfahren schuldig gesprochen. Er wurde zu einer Entschädigungszahlung in Höhe von 28 Millionen Dollar an die Familie des Musikers verurteilt.

mxw/dpa

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