China Amokläufer tötet sieben Kinder in Kindergarten

Eine neue Bluttat erschüttert China: In der Provinz Shaanxi hat ein Mann sieben Kinder und einen Erzieher in einem Kindergarten erstochen - anschließend brachte er sich selbst um. In den vergangenen Wochen hatte eine Serie von Angriffen auf Grundschulen für Entsetzen gesorgt.

Krankenhaus in Hanzhong: Mediziner kümmern sich um verletzte Kinder
AP

Krankenhaus in Hanzhong: Mediziner kümmern sich um verletzte Kinder


Peking - Bei einem Amoklauf in einem Kindergarten im Norden Chinas sind am Mittwoch sieben Kinder und einer ihrer Erzieher erstochen worden: Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua ereignete sich der Angriff am Morgen in der Stadt Hanzhong. Mindestens 20 weitere Kinder wurden demnach verletzt. Nach der Bluttat brachte sich der Täter mit einem Messer selber um, wie eine Sprecherin des Kreises Nanzheng in der nordwestchinesischen Provinz Shaanxi mitteilte.

Der 48 Jahre alte Täter sei ein Nachbar des Kindergartens nahe der Stadt Hanzhong gewesen. "Er hatte psychische Probleme", sagte die Sprecherin. Die getöteten Kinder seien zwischen vier und sechs Jahre alt gewesen. Die Tat ereignete sich um 8 Uhr früh Ortszeit, als die Kinder gerade in den Kindergarten gekommen waren.

Nach einer Serie von Angriffen auf Kinder sind Chinas Behörden in Alarmbereitschaft. Am 30. April stürmte ein mit einem Hammer bewaffneter Bauer eine Grundschule in der ostchinesischen Provinz Shandong und verletzte fünf Kinder und einen Lehrer. Einen Tag zuvor stürmte ein Amokläufer einen Kindergarten in der östlichen Provinz Jiangsu und stach 29 Kinder, zwei Betreuer und einen Wachmann nieder. Wiederum einen Tag vorher wurden bei einer Messerattacke in einer Grundschule in der südchinesischen Provinz Guangdong 15 Kinder und ein Lehrer verletzt. Am selben Tag wurde ein Mann in der Provinz Fujian hingerichtet, der bei einer ähnlichen Attacke im vergangenen Monat acht Schulkinder getötet hatte.

Experten zufolge stieg in China in den vergangenen Jahren die Zahl gewalttätiger Ausbrüche drastisch an. Viele sehen einen Zusammenhang mit dem rasanten Aufstieg Chinas von einem planwirtschaftlich organisierten Land zu einer wirtschaftlichen Weltmacht und dem damit verbundenen Stress für die Menschen. Einer im vergangenen Jahr veröffentlichten Studie zufolge leiden zudem rund 173 Millionen Chinesen an psychischen Störungen, mehr als 90 Prozent von ihnen lassen sich aber nicht behandeln.

wit/AFP/apn/dpa/Reuters



insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
matthias_b. 12.05.2010
1. Schon wieder!?
So kennen wir die Chinesen - immer nur kopieren, keine eigenen Ansätze entwickeln. Gut, das ist zynisch, aber diesen ständigen Meldungen kann man irgendwann nur mit Zynismus begegnen. Was ist da los? Warum immer Kinder? Was geht in solchen Leuten vor? Das ist so dermaßen krank, dass mir die Worte fehlen.
timewalk 12.05.2010
2. Klimawandel
Zitat von matthias_b.So kennen wir die Chinesen - immer nur kopieren, keine eigenen Ansätze entwickeln. Gut, das ist zynisch, aber diesen ständigen Meldungen kann man irgendwann nur mit Zynismus begegnen. Was ist da los? Warum immer Kinder? Was geht in solchen Leuten vor? Das ist so dermaßen krank, dass mir die Worte fehlen.
Das Problem liegt an der Umwelt und sicherlich auch am System. China hat massive Probleme in den nächsten Jahrzehnten und es drohen Konflikte mit Nachbarstaaten, wenn Trinkwasser knapp wird. Schauen Sie sich die Unwettermeldungen an und wieviel Menschen davon betroffen sind. 2.0 wird bald Realität http://en.wikipedia.org/wiki/Great_Chinese_Famine
PeteLustig, 12.05.2010
3. .
Zitat von sysopEine neue Bluttat erschüttert China: In der Provinz Shaanxi hat ein Mann sieben Kinder in einem Kindergarten erstochen - anschließend brachte er sich selbst um. In den vergangenen Wochen hatte eine Serie von Angriffen auf Grundschulen für Entsetzen gesorgt. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,694435,00.html
Selbstverständlich waren Kriminalität, Verzweiflung, Mord- und Totschlag unter Mao wie auch in allen anderen sozialistisch geführten Arbeiter- und Bauernparadiesen praktisch unbekannt. Aus diesem Grund gab es auch keine großen Polizeibehörden im damaligen Ostblock. Und auch keine nennenswerte Selbstmordrate und keinen Volks-Alkoholismus.
Hongjian 12.05.2010
4. .
Typisch Deutsch mal wieder, wenn man die Kommentare hier liest. Immer muss alles durch die ideologische Linse betrachtet werden, um zu beweisen wie Toll man doch selber ist. In Wirklichkeit waren das einfach Verbrechen, begangen von frustrierten Verlierern des neuen chinesichen Wirtschaftssystems, dass sich einfach nicht mehr um seine schwachen Leute schert - ganz nach Manchester-Kapitalismus Manier. Dass daraus noch eine ganze Serie geworden ist, kann durch die freier gewordenen Medien zurückgeführt werden, deren offene Berichtserstattung anderen frustrierten Leuten gezeigt hat, dass man an Kindern am besten seinem Ärger mit der ungerechten Gesellschaft Luft machen kann. Solche gesellschaftlichen Verwerfungen sind typisch für ex-kommunistische Länder, die sich Langsam an die Marktwirtschaft gewöhnen.
timewalk 12.05.2010
5. Ojemine
Zitat von HongjianTypisch Deutsch mal wieder, wenn man die Kommentare hier liest. Immer muss alles durch die ideologische Linse betrachtet werden, um zu beweisen wie Toll man doch selber ist. In Wirklichkeit waren das einfach Verbrechen, begangen von frustrierten Verlierern des neuen chinesichen Wirtschaftssystems, dass sich einfach nicht mehr um seine schwachen Leute schert - ganz nach Manchester-Kapitalismus Manier. Dass daraus noch eine ganze Serie geworden ist, kann durch die freier gewordenen Medien zurückgeführt werden, deren offene Berichtserstattung anderen frustrierten Leuten gezeigt hat, dass man an Kindern am besten seinem Ärger mit der ungerechten Gesellschaft Luft machen kann. Solche gesellschaftlichen Verwerfungen sind typisch für ex-kommunistische Länder, die sich Langsam an die Marktwirtschaft gewöhnen.
Mag sein. Nur erklärt dies nicht allein die hohe Zahl von psychisch kranken. Dazu schauen wir uns die Umweltverschmutzungen durch Chinas Industrialisierung an. Danach schauen wir auf Klimaszenarien ... und speziell Auswirkungen auf Psyche.
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