China Vater wirft Baby in den Müll

In der chinesischen Provinz Yunnan hat ein Mann seine neugeborene Tochter in einer Papiertüte in den Müll geworfen. Eine ältere Frau wärmte das Baby - und rettete es.


Die Video-Ausschnitte, die derzeit in chinesischen Medien kursieren, sind verstörend: Da nähert sich ein korpulenter Mann in rotem T-Shirt, Jeans und Flipflops einem großen Müllcontainer und wirft etwas hinein.

Kurz darauf findet eine ältere Frau einen gerade mal zwei Tage alten Säugling zwischen den Abfällen, die Nabelschnur noch nicht abgetrennt. Sie versucht, das Kind zu wärmen, dessen Lippen und Wangen von der Kälte zu diesem Zeitpunkt bereits blau angelaufen sind. Dann alarmiert sie die Behörden.

Wie die Polizei aus Xuanwei in der Provinz Yunnan mitteilte, wurde das Baby in einem Krankenhaus der Stadt untersucht und später in ein Kinderheim gebracht.

Die Aufnahme der Überwachungskamera stammt vom 15. Januar, bei dem Mann soll es sich um den Vater des Babys handeln. Mithilfe des Videos sei er identifiziert und später festgenommen worden, berichtete die Zeitung "Yunnan Ribao".

Die Eltern waren demnach unverheiratet und lebten seit mehr als zwei Jahren zusammen. Die Frau sei etwa im achten Monat schwanger gewesen, als die Geburt eingesetzt habe. Es sei nicht genug Zeit gewesen, um ins Krankenhaus zu fahren, habe der Mann angegeben.

Die Haut des Neugeborenen sei nach der Geburt leicht grün und lila gewesen, weshalb sie geglaubt hätten, es sei "nicht zu retten gewesen", schrieb die Zeitung. Der Mann habe das Baby dann in ein Handtuch gewickelt und in die Einkaufstüte gepackt. Der Vater wurde in Haft genommen, während die Mutter auf Kaution wieder freikam. Beide sollen sich nun vor Gericht verantworten.

ala/dpa



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