Chronik: Massenmorde in der Schule

Gutenberg-Gymnasium in Erfurt, Columbine-Highschool in Littleton, Mittelschule Nummer 1 in Beslan: Immer wieder sind Lehranstalten Schauplatz von regelrechten Massakern. Eine Chronologie des Schreckens.

11. Juni 1964: In Volkhoven bei Köln stürmt ein Wehrmachtsveteran mit einem Flammenwerfer bewaffnet eine Volksschule. Er fügt acht Kindern tödliche Verletzungen zu und ersticht zwei Lehrerinnen.

3. Juni 1983: Im hessischen Eppstein-Vockenhausen erschießt ein 34 Jahre alter Mann drei Schulkinder, einen Lehrer und einen Verkehrspolizisten.

Dezember 1989: An der Polytechnischen Hochschule von Montréal kommt es zum schwersten Schulmassaker der kanadischen Geschichte. Der 25-jährige Marc Lepine erschießt 14 Frauen und verletzt 13 weitere Personen, bevor er sich selbst das Leben nimmt. In einem Schreiben nennt der Mann Hass auf Feministinnen als Motiv.

13. März 1996: Ein 43-jähriger Mann erschießt in der Turnhalle der Grundschule im schottischen Dunblane 16 Erstklässler und deren Lehrerin. Der Todesschütze begeht nach der Tat Selbstmord.

1. Oktober 1997: In der High School von Pearl (US-Staat Mississippi) tötet ein 16-Jähriger zwei Klassenkameraden, sieben Personen werden schwer verletzt. Zuvor hatte der Teenager seiner 50-jährigen Mutter die Kehle durchgeschnitten.

24. März 1998: Ein 11- und ein 13-jähriger Schüler lösen an ihrer Schule in Jonesboro (US-Staat Arkansas) falschen Feueralarm aus und richten aus dem Hinterhalt ein Blutbad an. Im Kugelhagel sterben vier Mädchen und eine Lehrerin.

20. April 1999: Zwei Schüler stürmen die Columbine High School in Littleton im US-Staat Colorado und ermorden dort zwölf Schüler im Alter von 14 bis 18 Jahren und einen Lehrer. 24 weitere Menschen werden verletzt, bevor sich die beiden Täter Eric Harris und Dylan Klebold selbst das Leben nehmen.

9. November 1999: Ein 15-jähriger Gymnasiast ersticht in Meißen seine 44-jährige Lehrerin vor den Augen von 24 Klassenkameraden. Als Motiv gibt er Hass auf die Lehrerin an.

16. März 2000: Ein 16-jähriger Schüler schießt im oberbayerischen Brannenburg auf seinen Internatsleiter und unternimmt danach einen Selbstmordversuch. Der Pädagoge stirbt im Krankenhaus.

5. März 2001: Im kalifornischen Santee erschießt ein 15-jähriger Teenager zwei Mitschüler und verletzt 13 weitere.

8. Juni 2001: Ein 37-Jähriger Japaner ersticht in einer Grundschule in der japanischen Stadt Osaka acht Kinder und verletzt 20 zum Teil schwer.

19. Februar 2002: Ein Amokläufer erschießt in einer Dekorationsfirma in Eching zwei Mitarbeiter. Danach fährt der 22-Jährige nach Freising und erschießt den Direktor der Wirtschaftsschule, von der er selbst geflogen war. Dann tötet er sich mit einem Schuss in den Mund.

26. April 2002: Bei einem Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium tötet der 19-jähriger Schüler Robert Steinhäuser binnen zehn Minuten 16 Menschen und sich selbst. Unter den Toten sind zwölf Lehrer, die Schulsekretärin, zwei Schüler und ein Polizist. Steinhäuser war ein Jahr vor der Tat von der Schule verwiesen worden.

2. Juli 2003: In einer Coburger Realschule verletzt ein 16-jähriger Schüler eine Lehrerin mit einem Schuss aus einer Pistole und erschießt sich dann selbst.

1. September 2004: Beim blutigen Ende einer Geiselnahme in der Mittelschule Nummer 1 in Beslan kommen 330 Menschen ums Leben. Die Mörder von Beslan filmen den dreitägigen Überfall, bei dem sie 1120 Menschen in der Schul-Turnhalle gefangen hielten.

März 2005: In Red Lake im US-Bundesstaat Minnesota erschießt ein 16-Jähriger eine Lehrerin und fünf Schüler. Zuvor hatte er schon einen Schulwärter, seinen Großvater und dessen Lebensgefährtin getötet. Im Internet outet sich der Täter als Anhänger nationalsozialistischer Rassenlehren.

28. Oktober 2005: Ein Zehntklässler aus Usedom fertigt eine Todesliste von Lehrern und Schülern an und rechnet aus, wie viel Munition er zum Töten braucht. Wegen Störung des öffentlichen Friedens wird der 17-Jährige zu Sozialstunden und Psychotherapie verurteilt.

20. April 2006: Sieben Jahre nach der Schießerei an der amerikanischen Columbine-Highschool kann die US-Polizei innerhalb von einer Woche mehrere geplante Schulmassaker verhindern. Bei den festgenommenen Jugendlichen werden automatische Schusswaffen und Messer gefunden.

9. Mai 2006: In Schwerin versucht ein 14-Jähriger Schüler, mit dem Messer auf einen Lehrer loszugehen. Andere Lehrer konnten den Schüler aber überwältigen.

14. September 2006: Im kanadischen Montreal schießt ein Amokläufer in einer Schule um sich und tötet eine 20-jährige Frau. Er wird von der Polizei erschossen.

2. Oktober 2006: In Lancaster County im US-Bundesstaat Pennsylvania tötet ein Amokläufer an einer Amish-Schule fünf Mädchen.

jaf/cpd

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Justiz
RSS
alles zum Thema Geiselnahme von Beslan 2004
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
Fotostrecke
Amokläufe: Erfurt, Beslan, Littleton