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Colonia-Dignidad-Bewohner Hopp: Sekten-Arzt zieht nach Krefeld

Er half beim Missbrauch von Kindern, wurde in Chile verurteilt und steht auf Interpols Fahndungsliste. Doch in Deutschland hat der Arzt und ehemalige Bewohner der Colonia Dignidad Hartmut Hopp nichts zu befürchten. Nun will der 67-Jährige in ein Krefelder Apartment ziehen.

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DPA

Hopps Wohnung in Krefeld: Keine Handhabe, den Mieter loszuwerden

Krefeld - Hartmut Hopp will seine Absicht, nach Krefeld zu ziehen, nicht aufgeben. Dort hat der 67-jährige Arzt kürzlich bei der Wohnungsgesellschaft "Wohnstätte Krefeld" einen Mietvertrag für ein Apartment abgeschlossen. Hopp wird mit einem Internationalen Haftbefehl gesucht, weil er Beihilfe zum sexuellen Missbrauch von Minderjährigen geleistet haben soll. Die Taten soll er während seiner Zeit in der sektenartigen Deutschen-Siedlung " Colonia Dignidad" in Chile begangen haben.

Erst vor kurzem war bekannt geworden, dass sich Hopp in Deutschland aufhält, zuletzt war er in Willich gemeldet, wie die Stadtverwaltung bestätigte. Trotz der Fahndung Chiles über Interpol hat die Polizei keine Handhabe gegen den mutmaßlichen Kinderschänder. Deutschland liefert seine Staatsbürger nur in wenigen Ausnahmefällen ins Ausland aus. Auch die Wohnungsgesellschaft sieht keine Möglichkeiten, das Mietverhältnis zu beenden.

Hopp war in Chile mit neun weiteren früheren Mitgliedern der Colonia Dignidad zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Die Behörden dort werfen ihm vor, dem verstorbenen Ex-Chef der Siedlung, Paul Schäfer, beim sexuellen Missbrauch von Kindern geholfen zu haben.

Schäfer hatte als Laienprediger bis Anfang der 1990er Jahre despotisch über die etwa 300 aus Deutschland stammenden Siedler der Colonia Dignidad geherrscht. Das 17 000 Hektar große Anwesen ließ er gegen die Außenwelt abriegeln. Er war wegen Mordes, Folter, Missbrauchs Minderjähriger und anderer Verbrechen zu einer Haftstrafe von 33 Jahren verurteilt worden.

jbr/dpa

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