Gewaltexzess in Connewitz Erste Gefängnisstrafen nach rechtsextremen Krawallen

Hooligans und Rechtsradikale verwüsteten Anfang 2016 ein linkes Viertel in Leipzig. Dutzende müssen sich vor Gericht verantworten. Nun sind die ersten Angeklagten verurteilt worden.

Polizisten im Stadtteil Connewitz
DPA

Polizisten im Stadtteil Connewitz


Mehr als zweieinhalb Jahre nach den schweren Krawallen von Hooligans und Rechtsextremisten im Leipziger Stadtteil Connewitz müssen zwei Angeklagte ins Gefängnis. Das Amtsgericht Leipzig verurteilte die 26 Jahre alten Männer wegen Landfriedensbruchs in einem besonders schweren Fall zu einer Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten ohne Bewährung.

Hooligans und Mitglieder der rechten Szene hätten sich verabredet, um randalierend durch den links-alternativen Stadtteil Connewitz zu ziehen, sagte Richter Marcus Pirk.

Die Angeklagten seien zumindest Teilnehmer der gewalttätigen Gruppe gewesen, das erfülle den Straftatbestand des Landfriedensbruchs. Das Gericht folgte damit der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Die Verteidiger der Angeklagten hatten Freisprüche beantragt. Sie kündigten noch im Gerichtssaal Rechtsmittel gegen das Urteil an. Der Prozess war der Auftakt einer ganzen Reihe ähnlicher Verfahren. Das nächste beginnt am Mittwoch.

Mit Äxten, Eisenstangen und Holzlatten bewaffnet

Der überwiegend vermummte Mob war am 11. Januar 2016 bewaffnet mit Äxten, Eisenstangen und Holzlatten durch Connewitz gezogen. Die Männer zündeten Feuerwerkskörper, warfen Scheiben von Geschäften ein und versuchten, Barrikaden zu errichten. Wenig später glich eine besonders betroffene Straße einem Trümmerfeld.

Die Polizei nahm damals 211 Rechte vorübergehend in Gewahrsam. Fünf Beamte wurden bei den Ausschreitungen verletzt. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sprach von "offenem Straßenterror".

Der Prozess war der Auftakt einer ganzen Reihe von Verfahren nach dem Überfall. Einige Verfahren wurden an andere Gerichte unter anderem in Torgau und Eilenburg sowie an die Generalstaatsanwaltschaft Dresden abgegeben.

sen/dpa/AFP



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