Conrad Murray Jackson-Familie zieht Millionenforderung zurück

Conrad Murray hat Michael Jackson fahrlässig getötet und wurde zu vier Jahren Haft verurteilt. Nun sind die Entschädigungsforderungen gegen den früheren Leibarzt des Popstars überraschend fallengelassen worden - vermutlich, weil er die Summe nie hätte aufbringen können.

Früherer Jackson-Arzt Murray: Kommt wohl um Millionenzahlungen herum
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Früherer Jackson-Arzt Murray: Kommt wohl um Millionenzahlungen herum


Los Angeles - Die Familie von Michael Jackson zieht die Millionenforderung gegen den inhaftieren früheren Leibarzt des Sängers zurück. Der stellvertretende Bezirksstaatsanwalt David Walgren teilte dem Gericht am Mittwoch (Ortszeit) mit, er habe auf die Forderungen nach Rücksprache mit den Eltern des Popsängers und den Anwälten der Kinder und des Nachlasses verzichtet. Eine für Montag angesetzte Anhörung zu den strittigen Finanzfragen sei abgesagt worden.

Nach der Verurteilung des Herzspezialisten Conrad Murray wegen fahrlässiger Tötung im November hatte die Staatsanwaltschaft den Richter aufgefordert, dem Arzt zusätzlich zu vier Jahren Haft eine enorme Geldstrafe aufzuerlegen. Den Kindern des toten Popstars seien mehr als hundert Millionen Dollar entgangen, machte die Anklage geltend. Die Nachlassverwalter seien der Ansicht, dass der Sänger mit der geplanten "This Is It"-Tour diese Summe verdient hätte.

Murrays Verteidiger ließ damals durchblicken, dass der Mediziner diese Summe nie aufbringen könnte. In Kalifornien hat er bereits seine Arztzulassung verloren. Nach seiner Entlassung wird Murray möglicherweise nie wieder als Arzt arbeiten dürfen.

Murray und der Sänger hatten sich 2006 in Las Vegas kennengelernt. Im Mai 2009 folgte Murray dem Megastar nach Los Angeles. Dort sollte er ihn während Jacksons geplanten "This Is It"-Konzerten in London betreuen. Dafür lockte ein stattliches Gehalt: Monatlich 150.000 Dollar sollte Murray bekommen. Doch bereits wenige Wochen später, am 25. Juni, starb Michael Jackson.

Der 58-jährige Mediziner Murray war der fahrlässigen Tötung für schuldig befunden worden, weil er Jackson das Betäubungsmittel Propofol wie ein Schlafmittel verabreicht hatte. Wegen der Überlastung der Gefängnisse und der Haushaltsprobleme in Kalifornien wird seine Strafe aber um die Hälfte auf zwei Jahre verkürzt.

wit/dpa/dapd

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