"Costa Concordia"- Havarie Kapitän Schettino ab Juli vor Gericht

Der Kapitän des vor der Insel Giglio verunglückten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" muss sich ab Juli in einem Strafprozess verantworten, unter anderem wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung. Das entschied ein Gericht in Grosseto.

Unglückskapitän Francesco Schettino: Kein verkürzter Prozess
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Unglückskapitän Francesco Schettino: Kein verkürzter Prozess


Grosseto - Mehrere Wochen dauerten die Anhörungen, jetzt wurde bekannt: Der Prozess gegen Kapitän Francesco Schettino soll am 9. Juli beginnen. Das hat der für die Voranhörungen zuständige Richter am Mittwoch in Grosseto entschieden.

Bei dem Unglück vor der Insel Giglio waren im Januar 2012 insgesamt 32 Menschen ums Leben gekommen, darunter zwölf Deutsche. Schettino muss sich verantworten wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, mehrfacher Körperverletzung, Herbeiführung eines Schiffbruchs sowie vorzeitigen Verlassens des Schiffes. Der Staatsanwaltschaft zufolge könnten sich die Höchststrafen auf 2697 Jahre Haft summieren.

Die "Costa Concordia" hatte am Abend des 13. Januar 2012 mit mehr als 4200 Menschen an Bord einen Felsen vor der italienischen Insel Giglio gerammt und war leck geschlagen. Schettino wird vorgeworfen, das Schiff unverantwortlich nah an die Küste gesteuert zu haben, um dem Hafen einen traditionellen Seemannsgruß zu entrichten. Zudem soll er das gekenterte Schiff vor dem Abschluss der Evakuierung verlassen haben.

Das Wrack der "Costa Concordia" liegt noch immer vor der Küste von Giglio. Seit mehr als einem Jahr bemüht sich eine US-Bergungsfirma, das Schiff wieder aufzurichten, um es zum Abwracken in einen Hafen zu bringen.

Schettino werde keinen verkürzten Prozess für sich beantragen, hatte sein Verteidiger erklärt. Mit den fünf weiteren Beschuldigten hatte sich die Anklage auf Verhandlungen über das Strafmaß verständigt, um sie ohne Beweisaufnahme verurteilen zu können. Angeklagt ist der erste Offizier Ciro Ambrosio, wegen Beihilfe zur fahrlässigen Tötung und Havarie. Außerdem vor Gericht verantworten müssen sich die dritte Offizierin Silvia Coronica, der Rudergänger Jacob Rusli Bin, der Hoteldirektor Manrico Giampedroni sowie der Leiter der Krisenkoordinationsstelle von Costa Crociere, Roberto Ferrarini.

ala/dpa/AFP

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alpha-beet 23.05.2013
1. Hintergrund der Anklagen
Zitat: "Außerdem vor Gericht verantworten müssen sich die dritte Offizierin Silvia Coronica, der Rudergänger Jacob Rusli Bin, der Hoteldirektor Manrico Giampedroni sowie der Leiter der Krisenkoordinationsstelle von Costa Crociere, Roberto Ferrarini." Es wäre interessant, mehr über die Anklagen gegen diese Personen zu erfahren.
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