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25. Februar 2013, 17:41 Uhr

Costa-Concordia-Kapitän

Staatsanwalt will Francesco Schettino anklagen

Gegen den Kapitän der Costa Concordia ist offiziell Anklage wegen Totschlags, Körperverletzung und anderer Vergehen beantragt worden. Jetzt muss ein Richter entscheiden, ob Francesco Schettino der Prozess gemacht wird.

Rom - Dem Unglückskapitän der "Costa Concordia", Francesco Schettino, soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft in Grosseto der Prozess gemacht werden. Sie beantragte am Montag die Eröffnung des Gerichtsverfahrens gegen ihn.

Die Staatsanwaltschaft wirft Schettino mehrfache fahrlässige Tötung und Körperverletzung, Havarie sowie das Verlassen des Schiffs vor. Fünf weitere Beteiligte sollen vor Gericht gestellt werden, darunter zwei Offiziere und der Steuermann des havarierten Kreuzfahrtschiffes.

Schettino wird vorgehalten, die Costa Concordia vergangenes Jahr in einem waghalsigen Manöver an der toskanischen Küste vorbei gesteuert und auf Grund gesetzt zu haben. Bei der anschließenden Havarie starben 32 Menschen. Schettino soll sich bei der Evakuierung des Schiffs aus dem Staub gemacht haben. Mit ihm wurden fünf weitere Beteiligte angeklagt.

Staatsanwalt Francesco Verusio begründete den Antrag mit der "grenzenlosen Verantwortung" Schettinos und "einer beeindruckenden Fehlerkette in allen Phasen des Unglücks". Das Gericht in der toskanischen Stadt muss nun entscheiden, ob es einen Prozess gegen Schettino geben wird.

Die Reederei Costa Crociere hat inzwischen einen Vergleich beantragt, der sie zur Zahlung von rund einer Million Euro verpflichten würde. Auch darüber muss noch entschieden werden.

ala/dpa/AP

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