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"Costa Concordia" Kapitän stand offenbar nicht unter Drogen

Kapitän Francesco Schettino im April 2011 vor New York: Winzige Kokainspuren am HaarZur Großansicht
Helmut Etzkorn

Kapitän Francesco Schettino im April 2011 vor New York: Winzige Kokainspuren am Haar

Der Kapitän der gekenterten "Costa Concordia" hat einer Analyse zufolge vor dem Unglück keine Drogen genommen: Für den Test wurden Urin und Haare von Francesco Schettino untersucht - die Ermittler entdeckten zwar Kokainspuren, sie sollen aber nachträglich an die Probe gelangt sein.

Rom - Francesco Schettino, heftig kritisierter Kapitän des gekenterten Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia", stand bei dem Unfall einer Untersuchung zufolge nicht unter Drogen. Experten haben für die Ermittler Haare und Urin von Schettino analysiert.

Allerdings gibt ein Befund den Ermittlern Rätsel auf: An Schettinos Haarprobe fanden sich äußerlich winzige Spuren von Kokain. Das gehe aus dem Untersuchungsbericht der katholischen Universität Rom hervor, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Samstag. Im Haar selbst oder im Urin seien jedoch keine Spuren entdeckt worden, hieß es.

Die Kokain-Spuren am äußeren Haar des Kapitäns seien fast nicht wahrnehmbar und stammten möglicherweise von einer Berührung durch jemanden, der mit der Droge hantiert habe, heißt es. Die italienische Verbraucherschutzorganisation Codacons teilte mit, sie habe die Staatsanwaltschaft aufgefordert, eine Wiederholung des Tests anzuordnen und mittels einer DNA-Probe zu bestätigen, ob die Haarproben von Schettino stammten.

Möglicherweise sei eine Verunreinigung erfolgt. Das Kokain sei an den Haaren und in einem Umschlag, in dem sie aufbewahrt wurden, festgestellt worden. Codacons vertritt Überlebende des Unglücks. Die nun von einem Experten entdeckten Ergebnisse seien "sehr seltsam", sagte Codacons-Sprecher Stefano Zerbi der Nachrichtenagentur AP. Die Organisation berichtete auf ihrer Webseite, dass Schettino den Ermittlern gesagt habe, Beruhigungsmittel eingenommen zu haben. Gleichwohl seien weder in seinen Haaren noch im Urin Spuren davon entdeckt worden.

Das Kreuzfahrtschiff war am 13. Januar mit etwa 4.200 Menschen an Bord vor der toskanischen Insel auf ein Riff gelaufen und gekentert. Gegen Schettino wird wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, Havarie und Verlassen des Schiffes während der Evakuierung ermittelt. 17 Leichen wurden bisher geborgen, 15 Menschen werden noch vermisst.

lgr/dpa/dapd

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insgesamt 4 Beiträge
einsteinalbert 19.02.2012
die geringen Kokaininspuren nicht ueberbewerten. Solange im Blut, im Urin und im Haar keine Spuren von Drogen nachweisbar sind, ist die Angelegenheit voellig harmlos. Gleichwohl stand Schettino sehr wohl unter " [...]
Zitat von sysopDer Kapitän der gekenterten "Costa Concordia" hat vor dem Unglück offenbar keine Drogen genommen: Bei einer Untersuchung wurden Urin und Haare von Francesco Schettino analysiert - die Ermittler entdeckten zwar Kokainspuren, sie sollen aber nachträglich an die Haarprobe gelangt sein. "Costa Concordia": Kapitän stand offenbar nicht unter Drogen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,816195,00.html)
die geringen Kokaininspuren nicht ueberbewerten. Solange im Blut, im Urin und im Haar keine Spuren von Drogen nachweisbar sind, ist die Angelegenheit voellig harmlos. Gleichwohl stand Schettino sehr wohl unter " Drogeneinfluss " . . . naemlich heillose Selbstueberschaetzung, Profilneurose und Imponiergehabe. Er wollte seiner " Bekannten " u.a. imponieren und stand dabei auch unter dem Erfolgsdruck, welcher der Veranstalter moeglicherweise auf ihn ausuebte. Ein etwas labiler Mensch konnte beim Zusammentreffen aller Komponente, einen signifikanten Kontrollverlust erleiden. Der eingetretene monetaere Schaden - auch wenn er in die Millionen ging - ist problemlos zu verkraften. Dass das Unglueck mehrer Menschenleben kostete, ist dagegen nur schwer zu ertragen. Auch Schettinos Verhalten selbst - auch wenn es dafuer Milderungsgruende gab - ist schlicht und einfch inakzeptabel. Man kann nur hoffen, dass dieser Mensch nie mehr auf einer Bruecke eines Schiffes steht.
extremchen 19.02.2012
"Sie sollen nachträglich an die Haarprobe gelangt sein." DER ist gut! War da vielleicht einer der ermittelnden Beamten am koksen?
Zitat von sysopDer Kapitän der gekenterten "Costa Concordia" hat vor dem Unglück offenbar keine Drogen genommen: Bei einer Untersuchung wurden Urin und Haare von Francesco Schettino analysiert - die Ermittler entdeckten zwar Kokainspuren, sie sollen aber nachträglich an die Haarprobe gelangt sein. "Costa Concordia": Kapitän stand offenbar nicht unter Drogen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,816195,00.html)
"Sie sollen nachträglich an die Haarprobe gelangt sein." DER ist gut! War da vielleicht einer der ermittelnden Beamten am koksen?
friedenspfeife 19.02.2012
Sowas machen doch italienische Ermittler nicht.
Zitat von extremchen"Sie sollen nachträglich an die Haarprobe gelangt sein." DER ist gut! War da vielleicht einer der ermittelnden Beamten am koksen?
Sowas machen doch italienische Ermittler nicht.
hubertl 19.02.2012
Es gab eine Zeit der Seeamtsverfahren, wo es nicht um Schuld, sondern um künftige Unfallverhütung ging. Und da wird es jetzt interessant: was für eine Persönlichkeitsstruktur haben "Traumschiffkapitäne", doch wohl [...]
Zitat von einsteinalbert...Man kann nur hoffen, dass dieser Mensch nie mehr auf einer Bruecke eines Schiffes steht.
Es gab eine Zeit der Seeamtsverfahren, wo es nicht um Schuld, sondern um künftige Unfallverhütung ging. Und da wird es jetzt interessant: was für eine Persönlichkeitsstruktur haben "Traumschiffkapitäne", doch wohl viele ähnlich wie dieser Kapitän und wie sortiert man diejenigen aus, die zu ähnlichen Fehlen wie er neigen?
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