Fahrt in Menschengruppe Verdächtiger von Cottbus soll Wagen auf Ebay angeboten haben

Ein Mann fuhr in Cottbus mit einem Geländewagen mehrere Menschen an. Anschließend wollte er das Auto wohl schnell loswerden - und schaltete laut Medienberichten eine Anzeige mit den Worten "muss heute weg".

"Jeep"-Logo (Symbolbild)
imago/ Jakob Hoff

"Jeep"-Logo (Symbolbild)


Der Geländewagenfahrer, der mit seinem Auto in Cottbus mindestens einen Mann verletzt haben soll, hat nach der mutmaßlichen Tat offenbar versucht, den Jeep im Internet zu verkaufen. "'Jeep Cherokee Offroad' 2,8 CRD Blechschaden. Muss heute weg. Preis: 3500 Euro Verhandlungsbasis", hieß es dem Sender RBB und der "Lausitzer Rundschau" zufolge in einer Anzeige, die auf Ebay geschaltet worden sein soll. Inzwischen ist sie nicht mehr online.

Das Auto sei im Internet auch mit einem Bild einer wohl durch die Kollision stark beschädigten Tür anboten worden, berichtet der RBB. "Gebe ihn nur ab weil ich mal wieder Lust habe auf was anderes", hieß es laut "Lausitzer Rundschau" in der Beschreibung. Der 25-jährige Tatverdächtige besitzt laut Ermittlern keinen Führerschein.

Unfall oder Angriff?

Zuvor war bekannt geworden, dass der mutmaßliche Fahrer vorerst auf freiem Fuß bleibt. Er war bereits mehrfach wegen Diebstahls, Drogendelikten und rechtsextremer Äußerungen aufgefallen - und hatte sich einen Tag nach der Tat bei der Polizei gemeldet.

Am Tag der Tat soll er einen Alkoholgehalt von 1,17 Promille gehabt, rechte Parolen gerufen und Polizisten beleidigt haben. Ersten Ermittlungen zufolge gab es vor dem Vorfall zudem eine Prügelei. Ob ein Zusammenhang besteht, ist den Angaben zufolge noch unklar.

Er soll auf einem Cottbuser Gehweg am Freitagabend in eine Menschengruppe gefahren sein. Zwei Menschen wurden verletzt. Ein 31-Jähriger kam ins Krankenhaus, schwebte aber nicht in Lebensgefahr. Ein 21-Jähriger wollte bei Bedarf zum Arzt gehen. Der Fahrer flüchtete zunächst.

Ob es sich bei dem Vorfall um einen Unfall oder einen Angriff handelte, ist noch offen. Ein Zusammenhang mit der Amokfahrt von Münster bestehe aber nicht, hieß es am Sonntag. Nach derzeitigem Ermittlungsstand gibt es laut Staatsanwaltschaft keine Anhaltspunkte für ein versuchtes Tötungsdelikt. Die Ermittlungen dauerten an.

apr/fgr/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.